Die Hyperemesis gravidarum ist
ein übermäßiges Schwangerschaftserbrechen im ersten Trimenon, bei der es zu
einer Gefahr für Mutter und Kind kommen kann und hat nichts mit der
morgendlichen Übelkeit mit Erbrechen zu tun.
Die Entstehung der Krankheit ist
unklar. Als gesichert gilt jedoch, dass hormonelle Faktoren sowie eine
psychische Belastung, aufgrund ungeplanter Schwangerschaft, privater oder
beruflicher Probleme, das Auftreten verstärken.
Zu den Symptomen der Hyperemesis
gravium zählt ein starkes Erbrechen ab der sechsten Schwangerschaftswoche. Es
kommt dadurch zum Gewichtsverlust, Kreislaufprobleme aufgrund des
Flüssigkeitsverlustes und eventuell zu Fieber. In seltenen Fällen kann es auch
zu Schädigungen der Leber mit Ikterus oder zu Bennomen- und Verwirrtheit
kommen.
Die Diagnose wird durch Anamnese
gestellt und durch Blutuntersuchungen, bei der Kalium, Ketonkörper,
Schilddrüsen-, Nieren- und Leberwerte festgestellt werden, kann das Ausmaß der Gefährdung
für Mutter und Kind abgeschätzt werden.
Bei der Behandlung der
Hyperemesis gravidium setzt man vorrangig auf den Ausgleich des Flüssigkeits-
und Elektrolythaushalts durch Infusionen und nur gelegentlich eine parenterale
Ernährung. Eine medikamentöse Behandlung sowie eine eventuelle Unterstützung
mit Sedierung, erfolgt nur wenn dies notwendig ist. Weiters kann eine
Psychotherapie bei psychischen Störungen hilfreich sein.
Bei der Pflege steht das
psychische Wohlbefinden im Vordergrund. Hierbei kann im Falle von sozialen oder
finanziellen Nöten eine Sozialarbeiterin hinzugezogen werden. Auch kann eine
ambulante Behandlung besser sein, da es für viele Frauen als belastend
empfunden wird, im Krankenhaus liegen zu müssen.
Blutdruck und Puls werden
mehrfach, Körpertemperatur einmal täglich und das Gewicht zweimal die Woche
kontrolliert. Eine Flüssigkeitsbilanz sollte ebenfalls geführt werden.
Bei der betroffenen Frau können
Nierentasse und Zellstoff durch deren Anblick und auch bestimmte Gerüche, wie
zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel und Parfum erbrechen auslösen und sollten
daher gemieden werden.
Im Bereich der Ernährung steht am
Anfang eine Nahrungskarenz oder nur Tee, Zwieback und trockenes Gebäck. Werden
diese Lebensmittel gut vertragen, kann mit einem langsamen Kostaufbau, bei der
Wünsche und Vorlieben der Patientin beachtet werden können und sollten,
begonnen werden. Jedoch sind stark fetthaltige Nahrungsmittel ungünstig.
Aufgrund der Mundtrockenheit
durch das viele Erbrechen ist vor allem auf die Mundpflege zu achten. Bei der
Körperpflege sind die Betroffenen wegen der Schwäche und Benommenheit auf Hilfe
angewiesen.
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