Donnerstag, 6. Dezember 2012

Hyperemesis gravidium



Die Hyperemesis gravidarum ist ein übermäßiges Schwangerschaftserbrechen im ersten Trimenon, bei der es zu einer Gefahr für Mutter und Kind kommen kann und hat nichts mit der morgendlichen Übelkeit mit Erbrechen zu tun.

Die Entstehung der Krankheit ist unklar. Als gesichert gilt jedoch, dass hormonelle Faktoren sowie eine psychische Belastung, aufgrund ungeplanter Schwangerschaft, privater oder beruflicher Probleme, das Auftreten verstärken.

Zu den Symptomen der Hyperemesis gravium zählt ein starkes Erbrechen ab der sechsten Schwangerschaftswoche. Es kommt dadurch zum Gewichtsverlust, Kreislaufprobleme aufgrund des Flüssigkeitsverlustes und eventuell zu Fieber. In seltenen Fällen kann es auch zu Schädigungen der Leber mit Ikterus oder zu Bennomen- und Verwirrtheit kommen.
Die Diagnose wird durch Anamnese gestellt und durch Blutuntersuchungen, bei der Kalium, Ketonkörper, Schilddrüsen-, Nieren- und Leberwerte festgestellt werden, kann das Ausmaß der Gefährdung für Mutter und Kind abgeschätzt werden.

Bei der Behandlung der Hyperemesis gravidium setzt man vorrangig auf den Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts durch Infusionen und nur gelegentlich eine parenterale Ernährung. Eine medikamentöse Behandlung sowie eine eventuelle Unterstützung mit Sedierung, erfolgt nur wenn dies notwendig ist. Weiters kann eine Psychotherapie bei psychischen Störungen hilfreich sein.

Bei der Pflege steht das psychische Wohlbefinden im Vordergrund. Hierbei kann im Falle von sozialen oder finanziellen Nöten eine Sozialarbeiterin hinzugezogen werden. Auch kann eine ambulante Behandlung besser sein, da es für viele Frauen als belastend empfunden wird, im Krankenhaus liegen zu müssen.
Blutdruck und Puls werden mehrfach, Körpertemperatur einmal täglich und das Gewicht zweimal die Woche kontrolliert. Eine Flüssigkeitsbilanz sollte ebenfalls geführt werden.
Bei der betroffenen Frau können Nierentasse und Zellstoff durch deren Anblick und auch bestimmte Gerüche, wie zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel und Parfum erbrechen auslösen und sollten daher gemieden werden.
Im Bereich der Ernährung steht am Anfang eine Nahrungskarenz oder nur Tee, Zwieback und trockenes Gebäck. Werden diese Lebensmittel gut vertragen, kann mit einem langsamen Kostaufbau, bei der Wünsche und Vorlieben der Patientin beachtet werden können und sollten, begonnen werden. Jedoch sind stark fetthaltige Nahrungsmittel ungünstig.
Aufgrund der Mundtrockenheit durch das viele Erbrechen ist vor allem auf die Mundpflege zu achten. Bei der Körperpflege sind die Betroffenen wegen der Schwäche und Benommenheit auf Hilfe angewiesen.

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