Sonntag, 9. Dezember 2012

Das Stillen 2




Milcheinschuss
Der Milcheinschuss erfolgt circa am zweiten, dritten bis maximal fünften Tag nach der Geburt. Eine Temperaturerhöhung auf bis zu 38°C für maximal zwei Tage ist normal und stellt kein Problem dar. Die Brust ist durch den Milcheinschuss hart, gespannt, vergrößert, warm und meist schmerzhaft.

Die daraus resultierenden Schmerzen können durch einfache Maßnahmen gelindert werden. Wichtig ist vor allem das Stillen ad libitum, also nach Bedarf. Weiters hilft die Zufuhr von Wärme vor dem Stillen und eventuell ein abpumpen der überschüssigen Milch. Hilfreich sind auch eine Brustmassage, das Leerpumpen und die Brüste nach dem Stillen kühlen. Eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr kann ebenfalls Abhilfe verschaffen.

Eine Komplikation der Nichtbehandlung ist der Milchstau.

Milchstau
Ein Milchstau entsteht, wenn die Milchgänge nicht genügend entleert werden. Typische Zeichen für diese Komplikation sind harte, schmerzempfindliche Brüste.

Die Ursachen eines Milchstaus sind für gewöhnlich eine Abflussbehinderung durch gestörten Milchspendereflex, wegen Stresssituation oder Schmerzen, eine Mangelnde Entleerung der Brust, da das Kind zu selten angelegt wird, das Kind nachts durch schläft oder Flach- oder Hohlwarzen, Mechanische Abflussbehinderung, aufgrund eines zu engen BHs, Empfindlichkeit der Brust gegen Kälte und Zugluft sowie Schlag oder Druck gegen die Brust.

Maßnahmen bei einem Milchstau sind häufiges anlegen, für Ruhe und Entspannung sorgen, warme Kompressen vor dem Stillen, Kälteanwendung nach dem Stillen, eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr, das Überprüfen der Anlegetechnik, homöpathische Mittel und eine Stillberatung. Auf ärztliche Anordnung kann auch die Anwendung eines Syntocin Sprays fünf Minuten vor dem Stillen sowie eventuell Schmerzmittel hilfreich sein.

Mastitis
Mastitis ist eine schmerzhafte Schwellung der betroffenen Brustpartie mit Rötung und Überwärmung der Haut. Häufig mit Fieber, einem allgemeinen Mattigkeitsgefühl, grippeartige Gliedschmerzen und nach ein bis drei Tagen kommt es zu Abszessbildung. Weiters auch begleitende Schwellung der Achsellymphknoten.

Eine Mastitis wird mit Blutabnahme und Ultraschall diagnostiziert.

Maßnahmen bei Mastitis sind Bettruhe, Entspannung, gute Entleerung durch häufiges Anlegen oder Abpumpen, bei Fortgeschrittener Mastitis jedoch Stillverbot, das Einschränken der Flüssigkeitsmenge, ein Ruhigstellen der Brust, kühle Umschläge, Wärmeanwendung bei beginnender Einschmelzung des Abszesses und die Gabe von Antibiotika sowie entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente.

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