Sonntag, 30. September 2012

Der Aufbau des Ohrs



Das menschliche Ohr besteht aus drei Abschnitten. Dies sind das äußere Ohr, Mittelohr und Innenohr.

Das äußere Ohr besteht aus der knorpeligen Ohrmuschel, dem äußeren Gehörgang und dem Trommenfell. Der äußere Gehörgang enthält Drüsen, die das Ohrenschmalz (Cerumen) bilden, sowie einzelne Haare. Im Trommelfell (Membrana tympani) befindet sich eine dünne bindegewebige Membran. Weiters ist das Trommelfell die Grenze zwischen äußerem Ohr und Mittelohr.

Im Mittelohr befindet sich die Paukenhöhle. Diese ist der Hauptteil des mittleren Abschnitts. Sie ist mit Epithel ausgekleidet und erstreckt sich vom Trommelfell bis zu einer knöchernen Wand im Innenohr. Dann kommen das ovale und runde Fenster, welche eine Verbindung zum Innenohr darstellen, und die Ohrtrompete, die die Verbindung zwischen Mittelohr und oberem Rachenraum ist und den Luftdruckausgleich bewirkt. Ihr folgen die Knöchelchen Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes). Zu guter Letzt findet man im Mittelohr die Muskeln M. tensor tympani und M. stepedius.

Das Innenohr besteht aus dem knöchernen Labyrinth, der knöchernen Schnecke und der häutigen Schnecke. Das knöcherne Labyrinth setzt sich aus Vorhof, Bogengänge und Schnecke zusammen. Weiter ist es mit Perilymphe gefüllt. Die knöcherne Schnecke (Cochlea) ist ein spiralig gewundener Knochenraum, der in zwei Etagen geteilt ist. Diese sind die Scala vestibuli und die Scala tympani. Die häutige Schnecke (Ductus cochlearis) ist ein membranöser Schlauch. Sie ist mit Endolymphe gefüllt und beheimatet eine Basilarmembran auf der das Corti-Organ sitzt.

Akkomodation



Die Akkommodation ist die Einstellung der Schärfe des Auges. Diese erfolgt hauptsächlich über den Krümmungsgrad der Linse. Hierbei werden zwei verschiedene Arten unterschieden.

Zum einen gibt es die Nahakkommodation. Hierbei kontrahiert sich der Ziliarmuskel. Die Fasern der Linse entspannen sich. Somit nimmt die Linse eine stärker gewölbte Form mit höherer Brechkraft an.

Weiter gibt es die Fernakkommodation. Bei dieser Art entspannt sich der Ziliarmuskel. Dadurch straffen sich die Fasern der Linse. Die Linse wird flacher und ihre Brechkraft nimmt ab.

Der Sehvorgang



Die eintreffenden Lichtstrahlen passieren zuerst die lichtbrechenden Medien. Dies sind Hornhaut, Kammerwasser, Linse und Glaskörper. Auf der Netzhaut entsteht ein verkleinertes, spiegelbildliches und umgekehrtes Bild. Dies wird vom Gehirn richtig gerückt. Der Licht- bzw. Farbeindruck wird über N. opticus, Sehnervenkreuzung und Sehbahn zum Thalamus geleitet. Dann über Sehstrahlung zur Sehrinde des Hinterhauptlappens. Hier ist die eigentliche visuelle Wahrnehmung.

Schutzeinrichtungen des Auges



Das Auge besitzt mehrere Schutzeinrichtungen. Diese sollen das Auge vor Fremdkörpern, Licht und weiteren Dingen schützen. Das menschliche Auge besitzt fünf Schutzeinrichtungen. Diese sind die Augenbrauen, Augenlider, Wimpern, Bindehaut und der Tränenapparat.

Die Augenbrauen schützen oberhalb des Auges vor intensiver Sonneneinstrahlung. Aber genauso vor Fremdkörpern. Selbstverständlich auch vor salzigem Stirnschweiß.

Die Augenlider schützen durch den M. orbicularis oculi in Form eines willkürlichen und unwillkürlichen verschließen des Auges. Dies schützt vor Fremdkörpern und zu starkem Licht.

Die Wimpern bewahren das Auge vor Fremdkörpern und dem Licht der Sonne.

Der Tränenapparat ist ein Fremdkörperschutz. Weiters bewahrt dieser die äußeren Augenabschnitte vor dem Austrocknen. Und mithilfe der Bindehaut wird die Tränenflüssigkeit auf der gesamten Hornhaut verteilt.

Samstag, 29. September 2012

Der natürliche Wundschluss



Die Thrombozyten, auch bekannt als Blutblättchen, sind die kleinsten Zellen des Blutes. Im Schnitt sind sie 1 bis 4 µm groß und 0,5 µm dick. Weiters sind die Thrombozyten Kernlos. Ihre Funktion besteht darin bei Gefäßverletzung sich an verletzte Gefäßwände zu heften und dadurch zu einem weißen Thrombus zu verkleben. Dies ist allerdings kein dauerhafter Verschluss.

Erst durch die Blutgerinnung kommt es zu einem Dauerhaftenverschluss. Um den Thrombozytentropf spinnt sich ein Netz aus Fibrin. Dieses Fibrinnetz zieht sich und die Wundränder zusammen. Dadurch verkleinert sich die Wunde. Fibroblasten wachsen später ein und bauen Thrombus bindegewebig um. Damit wird die Wunde endgültig geschlossen.

Jedoch ist die Abheilung der Wunde noch nicht abgeschlossen. Es kommt noch zur Fibrinolyse. Dies ist der Abbau der Fibrinpföpfe und Öffnung der verschlossenen Blutgefäße nach der Wundheilung, welche Tage bis Wochen später stattfindet. Die Fibrinolyse wird durch das Enzym Plasmin in Gang gesetzt.

Leukozyten



Die Leukozyten sind die weisen Blutkörperchen. Sie erfüllen bestimmte Aufgaben im Bereich der Abwehr von körperfremden Strukturen und von Krankheitserregern. Die Leukozyten werden in drei Gruppen unterteilt. Es gibt die Granulozyten, die Lymphozyten und Monozyten.

Die Granulozyten haben einen Durchmesser von 10 bis 17 µm. Sie werden wiederum in drei Gruppen unterteilt. Diese sind zum einen die neutrophilen Granoyten, welche Bakterien und abgestorbene körpereigene Zellen im Knochenmark phagozytieren. Weiters gibt es die eosinophilen Granozyten. Diese können ebenfalls phagozytieren. Sie spielen bei Infektionen, Allergien und Abwehr von Parasiten eine Rolle. Die dritte Gruppe der Granulozyten sind die basophilen Granozyten. Sie vermitteln allergische Reaktionen.

Die Lymphozyten haben einen Durchmesser von 7 bis 12 µm und besitzen einen bläulich angefärbten, runden Kern. Die spezialisierten Antikörper entstehen aus den B-Lymphozyten und die T-Lymphozyten bekämpfen allgemein Eindringlinge.

Monozyten haben einen Durchmesser von 12 bis 20 µm und besitzen einen großen, hufeisenförmigen Kern. Ihre Aufgabe ist die Phagozytose von Mikroorganismen.

Erythrozyten



Die Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie sind eine in der Mitte gedellte Scheibe mit einem Durchmesser von 7,5 µm (Mikrometer). Ihre Randdicke beträgt 2 µm und die Zentraldicke 1 µm. Die Zellmembran der Erythrozyten ist semipermeabel.

Die Entstehung der roten Blutkörperchen nennt man Erythropoese. Hier entwickelt sich eine Spezialisierte Stammzelle zuerst zu einem Proerythroblasten. Die reiferen Erythroblasten beginnen mit Hämoglobinsynthese, wo sie noch einen Zellkern haben, der dann beim Normoblasten schrumpft und ausgestoßen wird. Danach verlässt die rote Blutzelle das Knochenmark und gelangt ins Gefäßsystem. Diese jungen Erythrozyten werden Retikulozyten genannt (aufgrund Netzartiger Struktur). Nach einigen Tagen verliert sich die Netzstruktur. Es liegt ein Erythrozyt vor.

Ein rotes Blutkörperchen zirkulieren etwa 120 Tage im Blut. Es wird in der Niere aus dem Blut entfernt und in Bruchstücke zerlegt. Sie werden von Phagozytose befähigten Zellen in den Sinusräumen von Milz, Leber und Knochenmark phagozytiert und abgebaut. Das hierdurch freiwerdende Hämoglobin wird in Häm und Globin auf gespalten. Eisen wird aus Häm-Molekül freigesetzt und von Transportprotein aufgenommen. Der Rest wird als Bilirubin und Urobilinogin ausgeschieden.

Die Erythrozyten erfüllen Transportaufgaben. Zum einem transportieren sie Sauerstoff von Lunge zum Gewebe. Aber die roten Blutkörperchen erledigen auch den Transport von Kohlendioxid vom Gewebe zur Lunge.

Freitag, 28. September 2012

Das Blut



Das Blut ist die wichtigste Flüssigkeit des menschlichen Körpers. Es ist für den Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen zuständig. Weiters bekämpfen seine Blutkörperchen körperfremde Partikel und Krankheitserreger. Das Blut ist auch an der Wärmeregulation durch ständige Blutzirkulation verantwortlich, sowie für die Abdichtung von Gefäßwanddefekten durch Gerinnung und für den Ausgleich der pH-Wert Schwankungen.

Das Blut besteht zum einem aus Blutkörperchen, welche 40 bis 45 Prozent ausmachen. Der zweite und größere Bestandteil ist das Blutplasma, das 55 bis 60 Prozent des Blutes darstellt.

Das Blutplasma ist für die Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks verantwortlich. Auch der Transport von kleinmolekularen Stoffen (Bsp. Hormone), Konstanthaltung des pH-Wertes und die Blutgerinnung gehen auf seine Kappe. Weiters hat das Blutplasma eine Abwehrfunktion und stellt ein Proteinreservoir da. Es besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Weitere 8 Prozent sind Proteine, wie Albumin und Globulin. Die restlichen 2 Prozent sind Stoffwechselprodukte, wie Ionen, Glukose, Vitamine, Hormone, etc.

Donnerstag, 27. September 2012

Hormone der Nebennierenrinde und des Nebennierenmarks



Nebennierenrinde:
Die Nebennierenrinde ist der größte Teil der Nebenniere. Sie besteht aus drei Schichten. Dies sind die Zona glomerulosa, Zona fasciculata und die Zona reticularis.

In der Zona glomerulosa werden Mineralokorticoide (z.B. Aldosteron) produziert. Das Aldosteron wird durch Renin stimuliert und wirkt vor allem auf die Niere. Weiters leistet es eine Mithilfe an der Regulation vom Elektrolyt- und Wasserhaushalt sowie des Blutvolumens und des Blutdrucks. Aldosteron fördert Natrium- und Wasserrückresorption in die Niere und erhöht die Kaliumausscheidung.

Die Zona fasciculata produziert Glukortikoide (z.B. Kortisol, Kortison und Kortikosteron). Diese bewirken eine Steigerung der Glukoneogenese. Auch sind sie für den Eiweißabbau in Muskulatur, Haut- und Fettgewebe verantwortlich. Weiters erledigen diese Hormone den Fettabbau in der Peripherie.

In der Zona reticularis werden Sexualhormone (z.B. Androgene) produziert. Bei Frau Hauptbildungsort der Androgene. Das wichtigste Androgen der Nebennierenrinde ist DHEA (Dehydroepiandrosteron), welches in den Zielzellen zu Testosteron und Östrogenen umgewandelt wird. Weiters sind in Pubertät Androgene der Nebennierenrinde für das Wachstum wichtig.

Nebennierenmark:
Im Nebennierenmark sind hoch spezialisierte Neurone des Sympathikus zu finden. Durch Stimulation von vegetativen Neuronen des Zentralennervensystems werden Adrenalin und Noradrenalin ins Blut ausgeschüttet. Kommt es zu einer Stresssituation, werden diese in großen Mengen ausgeschüttet.

Eine Stresssituation erfolgt über zwei Reaktionsketten. In der Ersten wird der Hypothalamus aktiviert und die CRH (Corticotropin-releasing Hormone) Ausschüttung beginnt. Dadurch wird in der Hypophyse ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) freigesetzt. Dies bewirkt in der Nebennierenrinde die Ausschüttung von Glukortikoiden.

In der Zweiten wird über den Sympathikus das Nebennierenmark aktiviert. Es kommt zur Ausschüttung von einem Katecholamingemisch. Dieses besteht zu 80% aus Adrenalin und zu 20% aus Noradrenalin.

Katecholamine wirken Kurzfristig. Es werden die lebenswichtigen Organe aktiviert, die Herzschlagfrequenz und –kontraktionskraft nehmen zu und die Durchblutung von Haut und inneren Organen reduziert sich. Dadurch werden Organe zur Bewältigung der Stresssituation besser durchblutet, welche in der Regel beanspruchte Skelettmuskeln, Herzmuskel und Lunge sind. Daher weiten sich die Bronchien um mehr Sauerstoff bereitstellen zu können. Die Leber gibt mehr Glukose ins Blut frei. Und die Denkvorgänge werden zugunsten vorprogrammierter Reflexe blockiert.

Dauert eine solche Stressreaktion länger an oder kehrt diese immer wieder zurück (Dauerstress), hat dies schlechte Folgen für den Körper. Hierdurch wird das Schlafverhalten wird negativ beeinflusst. Es tritt eine Schwächung des Immunsystems ein und die Lern- und Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. Auch kann es zu Spannungskopfschmerzen kommen.

Mittwoch, 26. September 2012

Die Schilddrüse und ihre Hormone



Die Schilddrüse wiegt ungefähr 25g schwer und ist hufeisenförmig. Sie liegt in der Halsregion vor der Luftröhre und dicht unterhalb des Schildknorpels. Die Schilddrüse ist durch Bindegewebsstraßen in Läppchen aufgeteilt. Jedes dieser Läppchen besteht aus kleinen Bläschen, den Follikeln. Die Wand der Follikel wird aus einschichtigem Follikelepithel gebildet. Die Epithelzellen bilden Schilddrüsenhormone und schütten diese ins Kolloid aus, wo sie gespeichert werden. Zwischen den Follikeln liegen C-Zellen.

Die Schilddrüse bildet zwei Hormone. Dies sind Thyroxin und Trijodthyronin. Weiters wird in der Schilddrüse TRH sezerniert.

Die Hormone der Schilddrüse erwirken eine Steigerung des Energieumsatzes, durch anstieg der Herzarbeit, Körpertemperatur und Abbau von Fetten und Glykogen. Weiters auch eine Förderung des Wachstums und der Gehirnreifung. Vor allem Längenwachstum und intellektuelle Entwicklung. Weiters auch die Aktivitätszunahme des Nervensystems.

TRH (Thyreothalamus-Releasing-Hormon) stimuliert im Hypothysenvorderlappen die Ausschüttung von TSH (Thyreoideastimulierendes Hormon). TSH wiederum führt in der Schilddrüse zur vermehrten Hormonbildung und –freisetzung. Übers Blut erreichen Schilddrüsenhormone alle Körperregionen. Dadurch wird die TRH und TSH Bildung gehemmt.

Dienstag, 25. September 2012

Hormone des Hypophysenhinterlappens



Im Hypophysenhinterlappen werden zwei Hormone gebildet, die von großer wichtig sind. Das eine ist Oxytocin, welches vor allem bei Frauen eine große Rolle spielt. Das andere ist fürs Harnsystem relevante Hormon ADH (Antidiuretische Hormon).

Oxytocin sorgt bei der Geburt für regelmäßige Wehentätigkeit. Auch führt es in der Stillperiode zum Milchausschuss. Weiters ist es eine Art Glückshormon, dessen Produktion durch Berührungen und Streicheln gefördert wird. Beim Orgasmus wird es ebenfalls in großen Mengen ausgeschüttet. Seine Wirkung ist entspannend, angstlösend und euphorisierend. Eine weitere wichtige Funktion besteht in der Bindung zwischen Mutter und Kind. Oxytocin fördert Paarbindung und Bezugsaufbau zwischen Mutter und Säugling.

ADH ist an der Regulierung des osmotischen Drucks und des Flüssigkeitsvolumens im Körper beteiligt. Es fördert in der Niere die Wasserrückresorption ins Blut, wodurch weniger Urin ausgeschieden wird. Jedoch wird beim Konsum von Koffein oder Alkohol diese Wirkung vermindert. Deshalb muss man beim Konsum alkoholischer Getränke öfters aufs WC als sonst.

Hormone des Hypophysenvorderlappens


Im Hypophysenvorderlappen werden Zahlreiche Hormone gebildet, die in den unterschiedlichsten Bereichen des Körpers ihre Wirkung entfalten. Sie werden in zwei Gruppen unterteilt. Zum einen gibt es die glandotropen Hormone, wie TSH, ACTH, FSH und LH. Die andere Gruppe sind die nichtglandotropen Hormone. Zu letzteren zählen Prolakin, MSH und STH.

TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) fördert die Schilddrüsentätigkeit. Genauer gesagt wirkt es stimulierend auf das Wachstum, die Iodaufnahme und die Hormonbildung der Schilddrüse.

ACTH (Adrenokorticotropes Hormon)  stimuliert die Glukokortikoidausschüttung der Nebenniere.

FSH (follikelstimulierende Hormon) stimuliert die Östrogenbildung. Weiters hat es auch Geschlechterspezifische Aufgaben. Bei der Frau führt es zum Eizellenwachstum im Eierstock (Follikelwachstum) und der Eizellenreifung (Follikelreifung). Und beim Mann ist es die Spermienentwicklung.

LH (Luteinisierendes Hormon) hat ebenfalls geschlechterspezifische Aufgaben. Bei der Frau fördert Eireifung, Eisprung und Gelbkörperbildung. Und Spermienreifung beim Mann.

Prolakin setzt Milchproduktion in der Brustdrüse in Gang.

MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon) wird zusammen mit ACTH ausgeschüttet. Es beeinflusst über pigmentbildenden Melanozyten die Hautpigmentierung.

STH (Somatotropes Hormon) kontrolliert in Kindheit und Jugend das Körperwachstum. Es stimuliert Fett- und Glykogenabbau sowie vermindert dieses Hormon langfristig die Glukoseverwertung. Die Produktion von STH sinkt im Laufe des Lebens ab.

Sonntag, 23. September 2012

Hormone



Die Hormone dienen im menschlichen Körper als Signal- und Botenstoffe. Ihre Aufgabe liegt unter anderem in der Kommunikation zwischen Zellen und Organen. Weiters beeinflussen sie biologische Abläufe, Verhalten und Empfindungen des Menschen. Hormone haben auch einen Einfluss auf die Stressreaktion, Entwicklungsprozesse, das Ess-, Trink- und Schlafverhalten, die Sexualität und auf die Psyche.

Die Hormone werden in vier Gruppen gegliedert. Dies sind Aminosäureabkömmlinge, Peptid- und Proteohormone, Steroidhormone und Arachidonsäureabkömmlinge.

Das Grundprinzip der Hormonwirkung ist, dass Hormonrezeptor und Hormon wie Schlüssel und Schloss zusammen passen. Man spricht daher vom Schlüssel-Schloss-Prinzip. Wann das Hormon an den Rezeptor gebunden wird, entfaltet es seine Wirkung.

Das oberste Zentrum des Hormonsystems ist der Hypothalamus. Gebildet werden Hormone in den verschiedensten Regionen des Körpers. Die wichtigsten sind Hypothyse, Schilddrüse und Nebenschilddrüse sowie die Nebenniere. Aber auch die Hoden beim Mann und die Eierstöcke der Frau.

Mittwoch, 19. September 2012

Temperaturregulation des Menschen



Der menschliche Körper besitzt eine eigene Temperaturregulierung. Diese dient dazu, Wärme und Kälte im inneren des Körpers auszugleichen. Hierzu messen Thermorezeptoren ununterbrochen die Temperatur im Körperkern und in der Körperschale. Die hieraus resultierenden Werte werden über Nervenbahnen an das thermoregulatorische Zentrum im Hypothalamus gesendet. Stimmt der Wert nicht mit dem Sollwert überein, erfolgt eine Regulation. Diese erfolgt über Muskulatur, Hautdurchblutung, Schweißbildung und Verhalten.

Bei einer kurzzeitigen Kältebelastung wird die Wärmeabgabe durch eine Gefäßengstellung in der Haut gedrosselt. Weiters erfolgt eine Steigerung der Wärmeproduktion durch willkürliche und unwillkürliche Muskelarbeit.

Im Falle einer kurzeitige Wärmebelastung kommt es zu einer Erhöhung der Wärmeabgabe durch eine Gefäßweitstellung und erhöhter Hautdurchblutung, weshalb es zu einer Rötung der Haut kommen kann. Außerdem erfolgt eine Steigerung der Schweißdrüsenproduktion.

Freitag, 14. September 2012

Fremde-Situations-Test



Im Fremde-Situations-Test wird untersucht wie die kindliche Reaktion auf Trennungs- und Wiedervereinigungsmomente ist. Durchgeführt wurde dies von der amerikanischen Entwicklungspsychologin Mary Ainsworth Ende der sechziger. Sie führte ihre Untersuchungen an Kindern im Alter zwischen 12 bis 18 Monaten durch.

Hierbei zeigte sich, dass die Fremde Situation in acht Episoden gegliedert werden kann. Am Anfang betritt das Kind mit der Mutter das Spielzimmer und das Kind erkundet den Raum. Anschließend betritt eine fremde Frau den Raum und nimmt mit Mutter und Kind Kontakt auf. Anschließend verlässt die Mutter das Zimmer. Diese kehrt gleich darauf wieder zurück und die fremde Frau geht. Dann geht die Mutter erneut. Die fremde Frau kommt zurück. Und in der letzten Episode kommt die Mutter zurück und die Fremde geht.

Donnerstag, 13. September 2012

Psychische Abwehr



Die Psychische Abwehr ist ein Abwehrmechanismus der aus der Psychoanalyse stammt. Er dient dem Zweck, miteinander in Konflikt stehende psychische Tendenzen, wie Wünsche, Motive, Werte oder Moral, so zu verarbeiten, dass die seelische Verfassung so weit möglich konfliktfrei ist. Dies erfolgt unbewusst und reflexartig.

Die psychische Abwehr wird in vier Gruppen eingeteilt. Es gibt die normalen Abwehrmechanismen, neurotische Abwehrmechanismen, primitive oder borderline – Abwehrmechanismen und psychotische Abwehrmechanismen.

Kennzeichen der normalen Abwehr sind Sublimierung, Humor, Vorwegnahme, Unterdrückung und Kompensation. In der neurotischen Abwehr sind es Verdrängung, Regression, Reaktionsbildung, Wendung gegen die eigene Person, Isolierung, Ungeschehen machen, Verleugnung, Konversion, Projektion, Verschiebung, Identifikation und Introjektion, Rationalisierung und Intellektualisierung. Die primitiven oder borderline- Abwehrmechanismen werden durch Spaltung, projektive Identifizierung, primitive Idealisierung, Entwertung und omnipotente Kontrolle gekennzeichnet. Und bei den psychotischen Abwehrmechanismen sind es Entlebung, Belebung und Zersplitterung.

Mittwoch, 12. September 2012

Phasen der psychosexuellen Entwicklung nach Sigmund Freud



Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte Sigmund Freud die Phasen der psychosexuellen Entwicklung. Es reicht von der Geburt bis zur Pubertät.

Freuds Konzept beginnt mit der Orale Phase, welche das erste Lebensjahr betrifft. Hier ist der Mund das primäre Bezugsorgan. Die Kinder verbringen in dieser Phase viel Zeit mit Daumen oder Zehen lutschen. Weiters kommt es zu einer Spannungsreduktion und dem Auftreten von Lustgefühlen durch natürlichen Gebrauch oder künstliche Reizung. Auf die orale Phase fixierte Menschen haben niedrige Frustrationstoleranz und geben schnell auf.

Die Narzisstische Phase betrifft das zweite Lebensjahr. Das Kind entdeckt in dieser Zeit den eigenen Körper. Es kommt zur Entwicklung der autoerotischen Selbstbezogenheit. Außerdem erfolgt eine lustvolle Besetzung auf andere Objekte, sowie eine Verminderung des Selbstvertrauens und der Selbsterachtung bei Störung.

In der Analen Phase (2.-3. Lebensjahr) kommt es zu Lusterfahrung bei der Defäkation. Anfangs durch Ausscheiden und später durch Zurückhalten. Es kommt zu einem spannungsvollen Schwanken zwischen Hingabe und Zurückhalten. Bei einer Störung dieser Entwicklungsphase entstehen manische oder zwanghafte Persönlichkeitstypen. Dies ist gekennzeichnet durch Aggression, Überkontrolliertheit, Geiz und extreme Reinlichkeit

Bei der Phallischen Phase (4.-6. Lebensjahr) werden die Genitalien zur Errogenen Zone. Knaben stellen fest, dass Mädchen keinen Penis haben und führen dies auf eine Bestrafung zurück. Es entwickelt sich eine Kastrationsangst. Laut Freud kommt es bei Mädchen zum Penisneid. Weiter kommt es zum Ödipuskomplex, welche durch Rivalitätsgefühle mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil gekennzeichnet ist. Der Konflikt endet mit Unterdrückung der libidinösen Wünsche. Dadurch kommt es zur Übernahme geschlechtlicher Moralbegriffe und zur Entwicklung des ÜBER-ICH. Eine Störung führt zur hysterischen Persönlichkeitsstruktur, was ein auffälliges sexuelles Gebaren zur Folge hat, wo jedoch sexuelle Kontakte vermieden werden.

Die Latenzphase (7.-8. Lebensjahr) ist eine scheinbare Unterbrechung der sexuellen Entwicklung. Hier sind die Spielkameraden vom gleichen Geschlecht.

In der Genitale Phase (9. Lebensjahr bis zum Ende der Pubertät) kommt es zum Wiederaufleben der Sexualität und des Ödipuskomplexes. Es entsteht eine Hinwendung zum anderen Geschlecht, sowie eine beschleunigte körperliche und intellektuelle Reifung und verzögerte emotionale Reifung.

Dienstag, 11. September 2012

Strukturmodell der menschlichen Persönlichkeit



Die Psyche des Menschen wird in drei Persönlichkeitsinstanzen gegliedert. Laut Freuds zweiten Grundmodell der Persönlichkeit aus dem Jahr 1923 sind dies das ICH, das ÜBER-ICH und das ES.

Das ICH ist der Manager des Alltagslebens. Es vermittelt zwischen der Innenwelt und der umgebenden äußeren Realität. Weiters gestaltet das Ich Beziehungen, ist zu rationalem Denken und Selbstkritik fähig, trifft Entscheidungen des eigenen Handelns und steht zwischen ÜBER-ICH und dem ES.

Das ÜBER-ICH verinnerlicht Rollen und Weltbilder der erzieherischen Umwelt. Diese sind das Gewissen sowie Gebote und Verbote. Das ÜBER-ICH festigt sich im fünften oder sechsten Lebensjahr.

Das ES bildet die triebhafte Basis. Es ist entwicklungsgeschichtlich die älteste Instanz der menschlichen Persönlichkeit. Hierzu zählen Triebe und Affekte. Außerdem ist das ES einerseits ein Reservoir an psychischer Energie (Libido) und Quelle an Kreativität, aber auch mitbeteiligt an vielen Lebensproblemen, wie in Fällen von Triebbestimmtenkonflikten.

Montag, 10. September 2012

Das topographische Eisbergmodell nach Sigmund Freud



Das topographische Eisbergmodell nach Sigmund Freud ist eine grundlegende Persönlichkeitstheorie in dem der psychische Apparat beschrieben und eingeteilt wird. Freud  unterteilte den psychischen Apparat in drei Systeme: Bewusst, Vorbewusst und Unbewusst.

Das Bewusst ist der kleinere Teil des Seelenlebens und wird im gegebenen Augenblick wahrgenommen und erkannt. Hier befinden sich Gedanken, Gefühle und Wünsche, sowie Testantworten, Träume, Fehlleistungen und Assoziationen.

Das Vorbewusst ist der Speicher unserer Erinnerungen. Es handelt sich dabei um Inhalte, die nicht spontan präsent sind. Hierbei meinte Freud Angst, verdrängte Konflikte und symbolische Repräsentationen.

Das Unbewusste ist alles was nicht im aktuellen Bewusstseinsfeld vorhanden ist. Dies sind die Persönlichkeitsgrundlage, psychosexuelle Entwicklung und traumatische Erlebnisse, sowie genetische Vererbung und Instinkte.

Sonntag, 9. September 2012

Lernen



Das Lernen ist der Erwerb von Gewohnheiten in bestimmten Bereichen, wie beispielsweise im Handeln, Denken und in der Gefühlswelt. Es dient der Anpassung an die jeweiligen Umweltgegebenheiten.

Es gibt verschiedene Arten des Lernens. Das Signallernen, auch bekannt als klassische Konditionierung, ist ein sehr elementares Lernen und betrifft das lernen von Gefühlen und Einstellungen. Beim Verstärkungslernen spielt Lob und Tadel eine wichtige Rolle. Das Beobachtungslernen über lernen durch Nachahmen. Also durch zusehen und selber machen. Das Bestrafungslernen erfolgt über Verstärkung und Bestrafung.

SQR3
Das SQR3 (Survey Question Read Recite Review) ist eine Lernstrategie in fünf Schritten. Es beginnt mit dem Überblick gewinnen. Hier erfolgt am Anfang das Durchblättern der Unterlagen und dem hervorheben wichtiger Punkte. Weiters wird die Inhaltsübersicht studieren, eine Zusammenfassung gelesen und die Unterlagen geordnet.

In Schritt zwei werden Fragen gestellt. Es handelt sich dabei um Fragen zum Lernziel, zur Motivation und zum Inhalt.

Hierauf erfolgt der dritte Schritt. Diese Phase wird das aktive Lernen genannt. Es wird die Lernzeit einteilen. Pausen geplant. Weiters ist auch die Entspannung und ein ausreichender Schlaf von hoher Bedeutung.

Im vierten Schritt wird das wichtigste Zusammengefasst. Es ist eine Verständnisprüfung und Vertiefung im Gedächtnis.

Im letzten Schritt wird abschließend wiederholt. Es geht um das Wiederholen des Lernstoffs um ein Vergessen zu verhindern.

Lernkartei
Eine weitere Form des Lernens stellt die Lernkartei dar. Hierbei erklärt die Rückseite die Vorderseite. Die Karten werden in einer Schachtel verstaut und mehrmals in kurzen Intervallen wiederholt. Eine gelernte Karte kommt in ein zweites Fach und die nicht gelernten Karten zurück ins erste Fach. Diese werden täglich wiederholt. Die Karten im zweiten Fach alle zwei tage. Wenn immer gewusst in ein drittes Fach.

Lernhemmungen
Es gibt die verschiedensten Lernhemmungen, die ein Weiterkommen beim Lernen erschweren oder auch unmöglich machen. Bei der assoziativen Hemmung wird eine gelernte Verbindung durch eine neue Verbindung gehemmt.

Folgt auf Lernvorgang A ein Lernvorgang B, wird Ergebnis A beeinträchtigt. Dies nennt man eine retroaktive Hemmung.

Die proaktive Hemmung entsteht, wenn auf Lernvorgang A der Lernvorgang B folgt. Dadurch wird Ergebnis B beeinträchtigt.

Folgt auf Lernvorgang B die Reproduktion A, wird Reproduktion A beeinträchtigt. In diesem Fall liegt eine ekphorische Hemmung vor.

Die affektive Hemmung entsteht, wenn auf Lernvorgang A eine starke Erregung folgt. Dadurch wird die Reproduktion A beeinträchtigt.

Samstag, 8. September 2012

Alltagspsychologie und wissenschaftliche Psychologie



In der Psychologie unterscheidet man nicht nur in den verschiedenen Disziplinen, wie beispielsweise allgemeine Psychologie, Gesundheitspsychologie, biologische Psychologie, Entwicklungspsychologie und so weiter. Es wird erst auch in Alltagspsychologie und wissenschaftlicher Psychologie unterschieden.

Die Alltagspsychologie kann von Jedem betrieben werden. Sie entwickelt sich aus der Erfahrung der eigenen Anpassung an die Umwelt und ist eine lebenspraktische Funktion. Hier werden Sprichwörter und Volksweisheiten gebildet, widerlegt oder bestätigt, die oft allerdings unspezifisch sind. In der Alltagspsychologie liegt eine Begrenzung auf den eigenen Erfahrungshintergrund vor. Sie hat weiters auch eine Anfälligkeit für Selbsttäuschung und verwendet unpräzise Begriffe und Methoden.

Die wissenschaftliche Psychologie ist eine empirische Wissenschaft und entwickelt mit wissenschaftlichen Methoden Theorien. Hier bekommt man allgemeingültige Aussagen. Es wird versucht die Fehlerquellen der Alltagspsychologie auszugleichen und dessen Lücken zu fühlen. Weiters wird in der wissenschaftlichen Psychologie Fachbegriffe verwendet.

Sonntag, 2. September 2012

Flatulenz



Flatulenz, auch bekannt als Blähung, sind Darmgase bei der Verdauung entstehen. Der größte Anteil dieser Gase gelangt in den Blutkreislauf und wird über die Lungen ausgeschieden. Ein Überschuss von 0,5 bis 1,5 Liter pro Tag tritt nicht über diesen Weg aus.

Gründe für die Flatulenz sind die Zusammensetzung der Nahrung oder Verdauungsstörungen. Auch eine Milcheiweißallergie, Histamin-Intoleranz und Laktoseintoleranz kann zu einer Verstärkung der Flatulenz führen.

Die Bestandteile dieser Gase sind Stickstoff, Wasserstoff, Methan Kohlendioxid sowie Schwefelverbindungen und werden durch Bakterien wie Escherichia coli, Bacteroides vulgatus oder Methanobrevibacter smithii erzeugt.

Bei andauernden und unangenehmen Blähungen helfen einfache Mittel. Ein Verzicht auf Nahrungsmittel, die als blähungfördernd gelten kann schon helfen. Weiters sollte bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, auf diese Verzichtet werden.