Die Gicht ist die klinische
Manifestationsform der Hyperurikämie, einer Harnsäureerhöhung im Serum über 6,4
mg/dl. Unterteilt wird die Erkrankung in primäre und sekundäre Gicht. Ersteres
ist Folge einer polygen vererbten Minderausscheidung von Harnsäure durch die
Nieren. Die sekundäre ist Aufgrund von Grunderkrankungen mit erhöhter
Harnsäurebildung oder einer verminderten Harnsäureausscheidung durch die Nieren.
Gicht wird in vier Stadien
differenziert. Bei der asymptomatischen Hyperurikämie kommt es zu einer symptomlose
Erhöhung des Harnsäurespiegels über Jahre bis Jahrzehnte. Hingegen beim akuten
Gichtanfall kommt es zu einer plötzlichen Arthritis eines Gelenks. Das
betroffene Gelenk ist stark geschwollen, gerötet und extrem Schmerzhaft.
Eventuell tritt auch Fieber auf. Die interkritische Phase ist der Zeitraum
zwischen zwei Gichtanfällen. Zu letzt kommt die chronische Gicht. Hier kommt es
zu Gelenkdeformierungen. Auch existiert eine sichtbare Harnsäureablagerungen in
Weichteilen und Knochen und es kommt zu einer Nierenbeteiligung mit Nierensteinen,
Gichtnephropathie und Niereninsuffzienz.
Die Diagnose der Gicht erfolgt
durch eine Blutuntersuchung sowie mit einer Punktion des betroffenen Gelenks.
Therapiert wird mit entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten im akuten
Gichtanfall. Auch die Senkung des Harnsäurespiegels durch Diät und Arzneimittel
ist von Bedeutung.