Samstag, 8. Dezember 2012

Das Stillen 1



Als Stillen wird die Ernährung des Säuglings und Kleinkinds bezeichnet. Es ist die erste Nahrung die der Mensch bekommt.

Vorteile
Das Stillen bringt dem Kind, aber auch der Mutter, einige Vorteile. Zum einem trägt es zum Schutz vor Infektionen und zur Entwicklung bei. Die Menge und der Bedarf sind hormonell ans Kind angepasst, die Muttermilch ist jederzeit verfügbar und das Stillen fördert Mutter-Kind-Beziehung. Weiters senkt es das Übergewichtsrisiko, verringert Otitis media um bis zu 50%, Gastroenteritis um bis 64%, Atemwegserkrankungen bis 72%,  Diabetes Typ 1 und SIDS Risiko um 36%.

Das Stillen ist eine Prävention zur Verhinderung der atopischen Dermatitis und wirkt Sucht vorbeugend. Außerdem spart es Geld und ist Umweldfreundlich, da hierbei kein Abfall entsteht und kein Transport notwendig ist.

Maßnahmen zur Stillförderung
Grundsätzlich gilt bald stillen, oft stillen und nur stillen. Um das Stillen zu fördern wird ein intensiver Hautkontakt zwischen Mutter und Kind empfohlen. Da etwa zwanzig bis dreißig Minuten nach der Geburt der Saugreflex des Neugeborenen am stärksten ausgeprägt ist, sollte in dieser Zeit das Baby zum ersten Mal angelegt werden.

Muttermilch
Durch den Saugakt werden die Nervenenden der Brustwarze und des Warzenvorhofes gereizt. Dies bewirkt die Abgabe von Prolakin. Dadurch wird die Milchbildung gefördert. Häufiges Saugen vermehrt die Prolakinausschüttung.

Die erste Muttermilch wird Kolostrum genannt. Dies ist eine gelbe, dickflüssige Milch und wird gleich nach der Geburt in geringen Mengen abgegeben. Sie enthält mehr Proteine, Immunglobuline und weniger Fett als reife Milch und ist leicht verdaulich. Diese Milch reguliert das Energiedefizit sowie einen auftretenden Ikterus.

Die reife Muttermilch besteht aus Wasser, Proteinen, Fette, Kohlenhydrate, Mineralien und Spurenelemente sowie aus Vitaminen.

Wichtig beim Stillen
Beim Stillen sollte auf eine entspannte, ruhige Atmosphäre geachtet werden. Davor sollte die Mutter Hände waschen und auf eine bequeme Lage für sich schaffen. Weiters ist eine kurze Brustmassage mit Daumen und Zeigefinger vor dem Stillen hilfreich.

Bei der Durchführung ist zu Beachten, dass das Kind die Brust erreichen kann und es Bauch an Bauch mit er Mutter liegt. Außerdem muss die Nase des Kindes muss frei sein und die Mutter umfasst Rücken und Gesäß des Kindes.

Zu Beginn berührt die Mutter Gesicht des Kindes mit der Warze und sorgt dafür, dass die Zunge des Säuglings unten ist. Wichtig ist, dass die Anlegezeit sich nach den Bedürfnissen des Kindes richtet. Sollte dieser am Ende nicht von selbst die Brust loslassen, kann die Frau mit einem Finger den sog unterbrechen.

Um das Kind nicht zu gefährden ist eine Brustpflege wichtig. Diese sollte täglich mit Wasser und milder Seife erfolgen.

Stillrhythmus richtet sich nach den Bedarf des Kindes. Das heißt, das Baby wird angelegt, wenn es Hunger hat. Typische Zeichen dafür sind Augenbewegung, ein hin und her drehen des Kopfes, das Bewegen der Arme, Sauggeräusche und Saugbewegungen, sowie das Saugen an der eigenen Hand und weint, wenn nicht reagiert wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen