Sonntag, 26. Mai 2013

Synkopen



Als Synkope bezeichnet man einen plötzlichen Bewusstseinsverlust für Sekunden oder Minuten, welcher eine Folge einer vorübergehenden Mangelversorgung des Gehirns ist. Die Synkopen werden in zwei Formen unterteilt. Zum einen gibt es die vasovagale Synkope, die bei Schreck, Angst oder Aufregung auftritt, und zum anderen die orthostatische Synkope, welche vor allem bei jungen Menschen mit niedrigem Blutdruck vorkommt. Eine Synkope kann ein Anzeichen für eine Herzrhythmusstörung oder Herzinfarkt, Karotissyndrom oder für eine transitorisch ischämische Attacke sein.

Montag, 20. Mai 2013

Leoparden-Morde



Eine Historikerin geht nun einer Mordserie aus der Kolonialzeit Afrikas auf die Spur. Sie untersucht Akten und Schriftstücke aus Archiven über die Leoparden-Morde, welche zwischen 1850 und 1950 verübt wurden und um die 1.000 Opfer forderte. Alle Opfer wurden so zugerichtet, dass es den Anschein hatte, sie seien von wilden Tieren getötet worden. Doch bei Untersuchungen stellte sich schließlich heraus, dass diese von Menschenhand ermordet wurden. Eine Gemeinsamkeit der Opfer war, dass alle mit den Kolonialmächten zusammenarbeiteten. Daher wird vermutet, dass es sich bei dieser Mordserie um die Taten einer Guerillagruppe handelt.

Die Kasseler Historikerin Stephanie Zehnle will nun diese Morde untersuchen. Deshalb durchstöbert sie diverse Archive und hofft, durch den Vergleich von Gerichtsakten, Protokollen und Zeitungsartikeln weitere hinweise auf die Leoparden-Morde zu finden.

Freitag, 17. Mai 2013

Der HI-Virus



HIV (humane immunodeficiency virus) ist ein Virus, der zur Klasse der Retroviren gezählt wird. So wie es für Retroviren üblich ist, kann der HI-Virus nicht mehr aus dem menschlichen Körper entfernt werden, da dieser seinen eigenen genetischen Code in das Erbgut des Wirtes einbaut.

Es gibt vier verschiedene Übertragungswege für das HI-Virus. Zum einen durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten, wie beispielsweise Blut, Vaginalsekret, Ejakulat und Liquor. Hierbei vor allem durch Vaginal- und Analverkehr. Weiterer Infektionsweg sind der intravenöse Drogenkonsum mit gemeinsamen Spritzen, Bluttransfusionen (durch strenge Bestimmungen im Blutspendegesetz ohne Bedeutung) und die Übertragung von einer HIV-positiven Mutter auf das Kind.

Das CDC (Center of Disease Control and Prevention) hat eine Einteilung nach Stadien publiziert. In Stadium 1, die akute Phase, treten Symptome einer schweren Grippe auf. Also Fieber, Nachtschweiß, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie Übelkeit. Diese Phase dauert in der Regel etwa vier Wochen. In seltenen Fällen auch sechs Wochen.

Stadium 2, die Latenzphase, dauert neun bis elf Jahre und kann unter gewissen Umständen auch kürzer verlaufen. In dieser Phase hat der Patient keine Symptome.
In Stadium 3, die Aids Related Complex Phase, eine Vorstufe des Aids, kommt es erneut zu Krankheitssymptomen der ersten Phase. Dieser verschwinden allerdings nicht nach vier bis sechs Wochen. Stattdessen tritt der HIV-Infizierte in Stadium 3 ein. Dies ist die Aids Erkrankung. Diese Phase dauert im Schnitt ein bis zwei Jahre und endet mit dem Tod.

Aufgrund der Immunschwäche, treten bei HIV-Patienten Krankheiten auf, die bei einem gesunden Menschen entweder gar nicht oder äußerst selten Vorkommen. Diese Erkrankungen nennt man Opportunistische Infekte und sind beispielsweise Pneumocystis-Pneumonie, cerebale Toxoplasmose, progressive multifokale Leukenzephalopathie, Kaposi-Sarkom und auch Viren der Herpesgruppe sowie diverse Lungenerkrankungen.

In Österreich gibt es etwa 1.000 AIDS-Patienten und täglich ein bis zwei Neuinfektionen mit HIV. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Deutschland ungefähr 75.000 Menschen mit HIV oder Aids leben. Weltweit leben laut Angaben von UNAIDS um die 40,3 Millionen Menschen mit HIV.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Der Mensch ist Schuld am Klimawandel



Immer wieder hört man konservativen Kreisen, dass Ursachen für den Klimawandel unbekannt oder noch nicht gut erforscht seien. Diese Leute meinen, dass sich die Wissenschaft diesbezüglich uneinig sei und daher kenne man die Ursache nicht. Doch dies ist absolut falsch.

Wissenschaftler aus den USA, Kanada und Australien untersuchten über 4000 Studien aus den letzten 20 Jahren zum Thema Klimawandel. Das Ergebnis war, dass diese zu knapp 97 Prozent übereinstimmen und den Mensch als Verursacher entlarven. Damit gibt es keine Ausreden mehr.

Sonntag, 12. Mai 2013

Das Blut



Das Blut ist die wichtigste Flüssigkeit des menschlichen Körpers. Es ist für den Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen zuständig. Weiters bekämpfen seine Blutkörperchen körperfremde Partikel und Krankheitserreger. Das Blut ist auch an der Wärmeregulation durch ständige Blutzirkulation verantwortlich, sowie für die Abdichtung von Gefäßwanddefekten durch Gerinnung und für den Ausgleich der pH-Wert Schwankungen.
Das Blut besteht zum einem aus Blutkörperchen, welche 40 bis 45 Prozent ausmachen. Der zweite und größere Bestandteil ist das Blutplasma, das 55 bis 60 Prozent des Blutes darstellt.
Das Blutplasma ist für die Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks verantwortlich. Auch der Transport von kleinmolekularen Stoffen (Bsp. Hormone), Konstanthaltung des pH-Wertes und die Blutgerinnung gehen auf seine Kappe. Weiters hat das Blutplasma eine Abwehrfunktion und stellt ein Proteinreservoir da. Es besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Weitere 8 Prozent sind Proteine, wie Albumin und Globulin. Die restlichen 2 Prozent sind Stoffwechselprodukte, wie Ionen, Glukose, Vitamine, Hormone, etc.

Erythrozyten
Die Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie sind eine in der Mitte gedellte Scheibe mit einem Durchmesser von 7,5 µm (Mikrometer). Ihre Randdicke beträgt 2 µm und die Zentraldicke 1 µm. Die Zellmembran der Erythrozyten ist semipermeabel.
Die Entstehung der roten Blutkörperchen nennt man Erythropoese. Hier entwickelt sich eine Spezialisierte Stammzelle zuerst zu einem Proerythroblasten. Die reiferen Erythroblasten beginnen mit Hämoglobinsynthese, wo sie noch einen Zellkern haben, der dann beim Normoblasten schrumpft und ausgestoßen wird. Danach verlässt die rote Blutzelle das Knochenmark und gelangt ins Gefäßsystem. Diese jungen Erythrozyten werden Retikulozyten genannt (aufgrund Netzartiger Struktur). Nach einigen Tagen verliert sich die Netzstruktur. Es liegt ein Erythrozyt vor.
Ein rotes Blutkörperchen zirkulieren etwa 120 Tage im Blut. Es wird in der Niere aus dem Blut entfernt und in Bruchstücke zerlegt. Sie werden von Phagozytose befähigten Zellen in den Sinusräumen von Milz, Leber und Knochenmark phagozytiert und abgebaut. Das hierdurch freiwerdende Hämoglobin wird in Häm und Globin auf gespalten. Eisen wird aus Häm-Molekül freigesetzt und von Transportprotein aufgenommen. Der Rest wird als Bilirubin und Urobilinogin ausgeschieden.
Die Erythrozyten erfüllen Transportaufgaben. Zum einem transportieren sie Sauerstoff von Lunge zum Gewebe. Aber die roten Blutkörperchen erledigen auch den Transport von Kohlendioxid vom Gewebe zur Lunge.

Leukozyten
Die Leukozyten sind die weisen Blutkörperchen. Sie erfüllen bestimmte Aufgaben im Bereich der Abwehr von körperfremden Strukturen und von Krankheitserregern. Die Leukozyten werden in drei Gruppen unterteilt. Es gibt die Granulozyten, die Lymphozyten und Monozyten.
Die Granulozyten haben einen Durchmesser von 10 bis 17 µm. Sie werden wiederum in drei Gruppen unterteilt. Diese sind zum einen die neutrophilen Granoyten, welche Bakterien und abgestorbene körpereigene Zellen im Knochenmark phagozytieren. Weiters gibt es die eosinophilen Granozyten. Diese können ebenfalls phagozytieren. Sie spielen bei Infektionen, Allergien und Abwehr von Parasiten eine Rolle. Die dritte Gruppe der Granulozyten sind die basophilen Granozyten. Sie vermitteln allergische Reaktionen.
Die Lymphozyten haben einen Durchmesser von 7 bis 12 µm und besitzen einen bläulich angefärbten, runden Kern. Die spezialisierten Antikörper entstehen aus den B-Lymphozyten und die T-Lymphozyten bekämpfen allgemein Eindringlinge.
Monozyten haben einen Durchmesser von 12 bis 20 µm und besitzen einen großen, hufeisenförmigen Kern. Ihre Aufgabe ist die Phagozytose von Mikroorganismen.

Der natürliche Wundschluss
Die Thrombozyten, auch bekannt als Blutblättchen, sind die kleinsten Zellen des Blutes. Im Schnitt sind sie 1 bis 4 µm groß und 0,5 µm dick. Weiters sind die Thrombozyten Kernlos. Ihre Funktion besteht darin bei Gefäßverletzung sich an verletzte Gefäßwände zu heften und dadurch zu einem weißen Thrombus zu verkleben. Dies ist allerdings kein dauerhafter Verschluss.
Erst durch die Blutgerinnung kommt es zu einem Dauerhaftenverschluss. Um den Thrombozytentropf spinnt sich ein Netz aus Fibrin. Dieses Fibrinnetz zieht sich und die Wundränder zusammen. Dadurch verkleinert sich die Wunde. Fibroblasten wachsen später ein und bauen Thrombus bindegewebig um. Damit wird die Wunde endgültig geschlossen.
Jedoch ist die Abheilung der Wunde noch nicht abgeschlossen. Es kommt noch zur Fibrinolyse. Dies ist der Abbau der Fibrinpföpfe und Öffnung der verschlossenen Blutgefäße nach der Wundheilung, welche Tage bis Wochen später stattfindet. Die Fibrinolyse wird durch das Enzym Plasmin in Gang gesetzt.

Samstag, 11. Mai 2013

Schwangerschaft



Dauer und Einteilung der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft dauert 38 bis 40 Wochen. Rechnet man vom Zeitpunkt der Befruchtung, sind es 266 Tage und vom Zeitpunkt der letzten Menstruation, wovon man in der Praxis eher ausgeht, so sind es 280 Tage.

Eingeteilt wird diese Zeit in drei Drittel. Das erste Trimenon geht vom ersten bis dritten Monat bzw. erste bis zwölfte Schwangerschaftswoche. Das Zweite bis zum sechsten Monat (achtundzwanzigste Woche) und das Dritte bis zur Geburt.

Mittlerweile kann der Geburtstermin sehr gut berechnet werden. Hierfür verwendet man eine einfache Formel:
  • Entbindungstermin = Datum des 1.Tages der letzten Menstruation + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr +/- X(Abweichungen vom 28-tägigen Zyklus in Tagen)

Entwicklung des Kindes
Bereits wenige Stunden nach Befruchtung beginnen die ersten Zellteilungen. Weiters geschieht in den ersten 8 Wochen die Anlegung der lebenswichtigen Organe. In dieser Zeit, dem ersten Trimenon können virale Infektionen, viele Medikamente oder Röntgenstrahlen schwere Fehlbildungen hervorrufen.

Im zweiten und dritten Trimenon stehen das Wachstum des Kindes, die Feindifferenzierung des Gewebes und das Ausreifen und die Funktionsaufnahme der Organe im Vordergrund. Außerdem beginnt das Ungeborene für später zu üben. Dies geschieht durch Bewegung, dem Trinken von Fruchtwasser, urinieren, schlafen und Schluckauf.

Veränderungen des mütterlichen Organismus
Während der Schwangerschaft kommt es im Organismus der Schwangeren zu einigen Veränderungen. Zum einen nimmt das Blutvolumen zu um das Kind mit ausreichend Sauerstoff versorgen zu können. Jedoch steigt die Hämoglobinbildung nicht im gleichen Maße. Dadurch hat die Frau ein erhöhtes Schlafbedürfnis, leidet an Müdigkeit und Hypothonie.

Der Tonus der glatten Muskulatur nimmt ab. Dies begünstigt Obstipation, Harnwegsinfekte, Varizzenbildung und Hämorrhoidenbildung. Zusätzlich kommt es zu einigen körperlichen Veränderungen. Die Brüste werden voller, der Bauch wächst und es kommt zu vermehrter Hautpigmentierung an Brustwarzen und Mittellinie des Bauches. Zusätzlich kann das Gesicht dunklere Flecken aufweisen. Eventuell kommt es zur Bildung von Schwangerschaftsstreifen.

Dürfen und nicht dürfen
In der Schwangerschaft ist einiges zu Beachten. Absolutes Tabu sind Alkohol, Drogen und Nikotin. Medikamente sollten nur nach ärztlicher Anordnung genommen werden. Ansonsten kann es zu Fehlgeburten und in einigen Fällen auch zu Totgeburten kommen.

Sex in der Schwangerschaft ist kein Problem. Die Schwangere braucht nicht zu verzichten. Allerdings gibt es hier ein paar Ausnahmen. Im Fall von Zervixinsuffizienz, Blutungen oder Abgang von Fruchtwasser sowie bei Fehlgeburten bei früheren Schwangerschaften und auch bei einer Vaginalinfektion.

In der Schwangerschaft ist eine Bewegung von mindestens zwanzig Minuten empfohlen. Gut geeignet sind Schwimmen, Fahrrad fahren, Wandern und Spazieren gehen. Schlecht hingegen sind Reiten, Tennis und Squash.

Auch das Reisen stellt kein Problem da. Am Besten geeignet ist das zweite Trimenon. Jedoch sollte auch hier einiges Beachtet werden. Lange Autofahrten sind ungeeignet. Genauso ab vier Wochen vor der Entbindung zu Fliegen. Weiters sollte es keine Reisen in Gebiete mit schlechter medizinischer Versorgung geben. Auch nicht in Tropen oder ins Gebirge über 2500 Meter.

In der Schwangerschaft empfiehlt sich eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sowie Gegen Ende viele kleine Mahlzeiten. Durch die Vermeidung von Süßspeisen und Reizstoffen können unangenehme Begleiterscheinungen vermindert werden. Wichtig ist auch die tägliche Zufuhr von 250 kcal, der Genuss von tierischen Eiweißen in Maßen und Kohlenhydrate sollten mit vollwertigen Lebensmitteln wie Gemüse, Kartoffeln, Vollkornprodukten und Obst zugeführt werden.

Folsäure sollte vermieden werden. Ein Magnesiummangel kann durch Ernährung gelindert werden. Bei Kochsalz ist ein sparsames umgehen empfohlen. Der Kalziumbedarf sollte mittels Milch, Joghurt oder Topfen gedeckt werden.

Einem Eisenmangel kann vorgebeugt werden. Dies erreicht man am Besten mit dunklem Fleisch, rote Rüben, Holunder, Johannisbeere und mit Hülsenfrüchten.

In der Schwangerschaft ist der Flüssigkeitsbedarf individuell. Günstig ist in dieser Zeit stilles Mineralwasser. Ungünstig sind Tee oder Saft. Koffein sollte nur in geringen Mengen konsumiert werden.

Verzichtet sollte man auf rohes Hackfleisch und Rohmilchkäse. Beim Würzen sollte man ebenfalls vorsichtig sein, da einige Gewürze Wehen auslösend sind. Daher empfiehlt sich ein sparsamer Umgang mit Ingwer, Nelke und Zimt.

Körperpflege
In der Schwangerschaft ist ein Wechselduschen empfohlen. Also das mehrfache Abduschen mit warmem und kaltem Wasser. Durch Bauchmassagen können Striae (Schwangerschaftsstreifen) vorgebeugt werden. Wichtig ist auch eine gründliche Intimpflege.

Berufstätigkeit
Die Berufstätigkeit ist gesetzlich geregelt. Es wird beschrieben, welche Tätigkeiten, Tagesarbeitszeiten und Orte eine werdende Mutter nicht verrichten darf. Weiters darf acht Wochen vor und nach der Geburt in Österreich nicht gearbeitet werden.

Geburtsvorbereitungskurse
Ein Geburtsvorbereitungskurs dient dem Erfahrungsaustausch sowie aus Informationen über den physiologischen Geburtsvorgang. Auch ein kennen lernen von Geburtsmethoden und –positionen, Möglichkeiten der Geburtserleichterung und dem Handling und Umgang mit Neugeborenen steht auf dem Programm.

Entbindungsorte
Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Möglichkeiten. Dies sind Krankenhaus, eine ambulante Entbindung, Geburtshäuser und die Hausgeburt.

Das Krankenhaus ist die häufigste gewählte Möglichkeit. Hier besteht oft die Möglichkeit von Rooming-in (Kind mit Mutter im Zimmer).

Die ambulante Geburt findet in einem Krankenhaus, einer gynäkologische Ordination oder einem Geburtshaus statt. Hierbei bleibt die Frau mit dem Kind nicht mehrere Tage im Krankenhaus, sondern kehrt nach einer Beobachtungszeit von vier bis vierundzwanzig Stunden nach Hause zurück. Vorraussetzung für diese Möglichkeit ist komplikationslose Geburt. Weiters sollte beachtet werden, dass eine Hebamme für Hausbesuch gefunden werden muss. Dies hat Innerhalb der nächsten zehn Tage zu geschehen.

In einem Geburtshaus findet die Geburt unter Leitung einer Hebamme ambulant statt. Dies geschieht mit Vor- und Nachbetreuung.

Bei der Hausgeburt sollten bestimmte Vorraussetzungen gegeben sein. Dies betrifft die Betreuung durch eine Hebamme und die Möglichkeit im Notfall schnell eine geburtshilfliche Einrichtung zu erreichen. Weiters empfiehlt sich eine Beratung mit dem Gynäkologen. Auch sollte das Wissen, dass selbst nach einer problemlosen Schwangerschaft Geburtskomplikationen auftreten können, vorhanden sein.

Wehen
Eine Wehe ist eine Muskelkontraktion der Gebärmutter. Die Wehen werden in drei Arten unterschieden:
  • Schwangerschaftswehen
  • Senkwehen/Vorwehen
  • Eröffnungs-, Austreibungs- und Presswehen

Jede Wehe verläuft in einem bestimmten Schema ab. Sie steigt langsam zu einem Gipfelpunkt und flaut dann wieder ab. Eine Wehe dauert ca. zwanzig bis sechzig Sekunden und dazwischen gibt es eine Wehenpause, dessen Umfang anfangs fünf bis zehn Minuten betragen und im Laufe der Geburt abnehmen. Die Wehenpausen dienen dem Sauerstoffzufuhr an die Muskeln.

Geburtsbegleitung durch die Hebamme
Die Geburtseinleitung durch die Hebamme erfolgt sehr individuell. Sie besteht aus geburtserleichternden Maßnahmen. Dies sind ein wehen anregendes und entspannendes Vollbad oder dusche, Akupunktur, Massagen und Homöopathie. Eventuell auch eine Unterstützung der Darmentleerung mit einem Clymol.

In der Geburtsvorbereitung soll die Schwangere das Becken hoch lagern und liegen um Probleme vorzubeugen. Weiters gibt es eine Nahrungskarenz, es wird auf die Flüssigkeitszufuhr geachtet und bei lang andauernden Geburten bekommt die werdende Mutter eine Infusion.

In dieser Phase werden die Vitalzeichen kontrolliert. Auch CTG (Herztonwehenschreibung) Kontrollen werden durchgeführt. Wichtig ist weiters der Schutz des Damms, da dieser bei einer Geburt einreißen kann.

Maßnahmen nach der Geburt
Das Abnabeln findet zirka eine Minute nach Auspulsieren der Nabelschnur statt. Das Baby wird mit einem vorgewärmten Tuch abgetrocknet und der Mutter zum Anlegen gegeben. Anschließend wird der AGPAR Score erhoben und das Kind inspiziert, sowie gewogen und gemessen. Zusätzlich wird die Cred`sche Prophylaxe durchgeführt.

Das AGPAR – Schema ist eine Einstufung des Neugeborenen in einem Punktesystem, wo es für jede Untersuchung jeweils null bis zwei Punkte gibt. Angeschaut wird:
  • Atmung
  • Puls
  • Grundtonus
  • Aussehen
  • Reflexe

Mittwoch, 8. Mai 2013

Brusternährung



Als Stillen wird die Ernährung des Säuglings und Kleinkinds bezeichnet. Es ist die erste Nahrung die der Mensch bekommt.

Vorteile
Das Stillen bringt dem Kind, aber auch der Mutter, einige Vorteile. Zum einem trägt es zum Schutz vor Infektionen und zur Entwicklung bei. Die Menge und der Bedarf sind hormonell ans Kind angepasst, die Muttermilch ist jederzeit verfügbar und das Stillen fördert Mutter-Kind-Beziehung. Weiters senkt es das Übergewichtsrisiko, verringert Otitis media um bis zu 50%, Gastroenteritis um bis 64%, Atemwegserkrankungen bis 72%,  Diabetes Typ 1 und SIDS Risiko um 36%.

Das Stillen ist eine Prävention zur Verhinderung der atopischen Dermatitis und wirkt Sucht vorbeugend. Außerdem spart es Geld und ist Umweldfreundlich, da hierbei kein Abfall entsteht und kein Transport notwendig ist.

Maßnahmen zur Stillförderung
Grundsätzlich gilt bald stillen, oft stillen und nur stillen. Um das Stillen zu fördern wird ein intensiver Hautkontakt zwischen Mutter und Kind empfohlen. Da etwa zwanzig bis dreißig Minuten nach der Geburt der Saugreflex des Neugeborenen am stärksten ausgeprägt ist, sollte in dieser Zeit das Baby zum ersten Mal angelegt werden.

Muttermilch
Durch den Saugakt werden die Nervenenden der Brustwarze und des Warzenvorhofes gereizt. Dies bewirkt die Abgabe von Prolakin. Dadurch wird die Milchbildung gefördert. Häufiges Saugen vermehrt die Prolakinausschüttung.

Die erste Muttermilch wird Kolostrum genannt. Dies ist eine gelbe, dickflüssige Milch und wird gleich nach der Geburt in geringen Mengen abgegeben. Sie enthält mehr Proteine, Immunglobuline und weniger Fett als reife Milch und ist leicht verdaulich. Diese Milch reguliert das Energiedefizit sowie einen auftretenden Ikterus.

Die reife Muttermilch besteht aus Wasser, Proteinen, Fette, Kohlenhydrate, Mineralien und Spurenelemente sowie aus Vitaminen.

Wichtig beim Stillen
Beim Stillen sollte auf eine entspannte, ruhige Atmosphäre geachtet werden. Davor sollte die Mutter Hände waschen und auf eine bequeme Lage für sich schaffen. Weiters ist eine kurze Brustmassage mit Daumen und Zeigefinger vor dem Stillen hilfreich.

Bei der Durchführung ist zu Beachten, dass das Kind die Brust erreichen kann und es Bauch an Bauch mit er Mutter liegt. Außerdem muss die Nase des Kindes muss frei sein und die Mutter umfasst Rücken und Gesäß des Kindes.

Zu Beginn berührt die Mutter Gesicht des Kindes mit der Warze und sorgt dafür, dass die Zunge des Säuglings unten ist. Wichtig ist, dass die Anlegezeit sich nach den Bedürfnissen des Kindes richtet. Sollte dieser am Ende nicht von selbst die Brust loslassen, kann die Frau mit einem Finger den sog unterbrechen.

Um das Kind nicht zu gefährden ist eine Brustpflege wichtig. Diese sollte täglich mit Wasser und milder Seife erfolgen.

Stillrhythmus richtet sich nach den Bedarf des Kindes. Das heißt, das Baby wird angelegt, wenn es Hunger hat. Typische Zeichen dafür sind Augenbewegung, ein hin und her drehen des Kopfes, das Bewegen der Arme, Sauggeräusche und Saugbewegungen, sowie das Saugen an der eigenen Hand und weint, wenn nicht reagiert wird.

Milcheinschuss
Der Milcheinschuss erfolgt circa am zweiten, dritten bis maximal fünften Tag nach der Geburt. Eine Temperaturerhöhung auf bis zu 38°C für maximal zwei Tage ist normal und stellt kein Problem dar. Die Brust ist durch den Milcheinschuss hart, gespannt, vergrößert, warm und meist schmerzhaft.

Die daraus resultierenden Schmerzen können durch einfache Maßnahmen gelindert werden. Wichtig ist vor allem das Stillen ad libitum, also nach Bedarf. Weiters hilft die Zufuhr von Wärme vor dem Stillen und eventuell ein abpumpen der überschüssigen Milch. Hilfreich sind auch eine Brustmassage, das Leerpumpen und die Brüste nach dem Stillen kühlen. Eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr kann ebenfalls Abhilfe verschaffen.

Eine Komplikation der Nichtbehandlung ist der Milchstau.

Milchstau
Ein Milchstau entsteht, wenn die Milchgänge nicht genügend entleert werden. Typische Zeichen für diese Komplikation sind harte, schmerzempfindliche Brüste.

Die Ursachen eines Milchstaus sind für gewöhnlich eine Abflussbehinderung durch gestörten Milchspendereflex, wegen Stresssituation oder Schmerzen, eine Mangelnde Entleerung der Brust, da das Kind zu selten angelegt wird, das Kind nachts durch schläft oder Flach- oder Hohlwarzen, Mechanische Abflussbehinderung, aufgrund eines zu engen BHs, Empfindlichkeit der Brust gegen Kälte und Zugluft sowie Schlag oder Druck gegen die Brust.

Maßnahmen bei einem Milchstau sind häufiges anlegen, für Ruhe und Entspannung sorgen, warme Kompressen vor dem Stillen, Kälteanwendung nach dem Stillen, eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr, das Überprüfen der Anlegetechnik, homöpathische Mittel und eine Stillberatung. Auf ärztliche Anordnung kann auch die Anwendung eines Syntocin Sprays fünf Minuten vor dem Stillen sowie eventuell Schmerzmittel hilfreich sein.

Mastitis
Mastitis ist eine schmerzhafte Schwellung der betroffenen Brustpartie mit Rötung und Überwärmung der Haut. Häufig mit Fieber, einem allgemeinen Mattigkeitsgefühl, grippeartige Gliedschmerzen und nach ein bis drei Tagen kommt es zu Abszessbildung. Weiters auch begleitende Schwellung der Achsellymphknoten.

Eine Mastitis wird mit Blutabnahme und Ultraschall diagnostiziert.

Maßnahmen bei Mastitis sind Bettruhe, Entspannung, gute Entleerung durch häufiges Anlegen oder Abpumpen, bei Fortgeschrittener Mastitis jedoch Stillverbot, das Einschränken der Flüssigkeitsmenge, ein Ruhigstellen der Brust, kühle Umschläge, Wärmeanwendung bei beginnender Einschmelzung des Abszesses und die Gabe von Antibiotika sowie entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente.

Abstillen
Unter dem Begriff „Abstillen“ versteht man das Entwöhnen des Säuglings von der Muttermilch. Hierbei wird in drei Arten unterschieden. Dies sind allmähliches Abstillen, frühes Abstillen und plötzliches Abstillen.

Das allmähliche Abstillen ist der Normalfall. Hier geht das Angebot aufgrund geringer Nachfrage zurück. Die Brust stellt sich Problemlos darauf ein.

Das frühe Abstillen erfolgt einige Wochen nach der Geburt. Da ist zu beachten, dass das Kind maximal eine Mahlzeit pro Woche durch Flaschennahrung erhält um den Säugling und die Brust nicht zu überfordern.

Das plötzliche Abstillen ist notwendig, wenn Mutter schwer erkrankt oder das Kind stirbt. Diese Form erfolgt meist medikamentös und kann alternativ unterstützt werden. Die Frau sollte die Flüssigkeitszufuhr reduzieren und Salbeitee trinken. Weiters hilfreich sind das Tragen von engen, gut sitzenden BHs und kalte Wickel.

Sonntag, 5. Mai 2013

Das Gehirn



Das menschliche Gehirn wiegt etwa 1400 Gramm und besitzt eine Ansammlung von ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen. Jeder dieser Nervenzellen hat jeweils 1000 Synapsen.

Das Gehirn ist aufgeteilt in zwei Hälften. Die linke Gehirnhälfte kontrolliert den rechten Teil des Körpers und regelt Funktionen wie Sprache, Schreiben und Rechnen. Es ist außerdem für die Lösung logischer Aufgeben zuständig. Die rechte Gehirnhälfte kontrolliert den linken Teil des Körpers. Es beeinflusst Träume und Vorstellungskraft sowie Fantasie und Kreativität.

Das männliche Gehirn wiegt um 100 Gramm mehr und hat ein größeres Volumen. Allerdings enthält es im Zentrum für Sprache und Hören ganze 11 Prozent weniger Neuronen.