Sonntag, 28. April 2013

Hormone



Die Hormone dienen im menschlichen Körper als Signal- und Botenstoffe. Ihre Aufgabe liegt unter anderem in der Kommunikation zwischen Zellen und Organen. Weiters beeinflussen sie biologische Abläufe, Verhalten und Empfindungen des Menschen. Hormone haben auch einen Einfluss auf die Stressreaktion, Entwicklungsprozesse, das Ess-, Trink- und Schlafverhalten, die Sexualität und auf die Psyche.

Die Hormone werden in vier Gruppen gegliedert. Dies sind Aminosäureabkömmlinge, Peptid- und Proteohormone, Steroidhormone und Arachidonsäureabkömmlinge.

Das Grundprinzip der Hormonwirkung ist, dass Hormonrezeptor und Hormon wie Schlüssel und Schloss zusammen passen. Man spricht daher vom Schlüssel-Schloss-Prinzip. Wann das Hormon an den Rezeptor gebunden wird, entfaltet es seine Wirkung.

Das oberste Zentrum des Hormonsystems ist der Hypothalamus. Gebildet werden Hormone in den verschiedensten Regionen des Körpers. Die wichtigsten sind Hypothyse, Schilddrüse und Nebenschilddrüse sowie die Nebenniere. Aber auch die Hoden beim Mann und die Eierstöcke der Frau.

Hormone des Hypophysenhinterlappens:
Im Hypophysenhinterlappen werden zwei Hormone gebildet, die von großer wichtig sind. Das eine ist Oxytocin, welches vor allem bei Frauen eine große Rolle spielt. Das andere ist fürs Harnsystem relevante Hormon ADH (Antidiuretische Hormon).

Oxytocin sorgt bei der Geburt für regelmäßige Wehentätigkeit. Auch führt es in der Stillperiode zum Milchausschuss. Weiters ist es eine Art Glückshormon, dessen Produktion durch Berührungen und Streicheln gefördert wird. Beim Orgasmus wird es ebenfalls in großen Mengen ausgeschüttet. Seine Wirkung ist entspannend, angstlösend und euphorisierend. Eine weitere wichtige Funktion besteht in der Bindung zwischen Mutter und Kind. Oxytocin fördert Paarbindung und Bezugsaufbau zwischen Mutter und Säugling.

ADH ist an der Regulierung des osmotischen Drucks und des Flüssigkeitsvolumens im Körper beteiligt. Es fördert in der Niere die Wasserrückresorption ins Blut, wodurch weniger Urin ausgeschieden wird. Jedoch wird beim Konsum von Koffein oder Alkohol diese Wirkung vermindert. Deshalb muss man beim Konsum alkoholischer Getränke öfters aufs WC als sonst.

Hormone des Hypophysenvorderlappens:
Im Hypophysenvorderlappen werden Zahlreiche Hormone gebildet, die in den unterschiedlichsten Bereichen des Körpers ihre Wirkung entfalten. Sie werden in zwei Gruppen unterteilt. Zum einen gibt es die glandotropen Hormone, wie TSH, ACTH, FSH und LH. Die andere Gruppe sind die nichtglandotropen Hormone. Zu letzteren zählen Prolakin, MSH und STH.

TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) fördert die Schilddrüsentätigkeit. Genauer gesagt wirkt es stimulierend auf das Wachstum, die Iodaufnahme und die Hormonbildung der Schilddrüse.

ACTH (Adrenokorticotropes Hormon)  stimuliert die Glukokortikoidausschüttung der Nebenniere.

FSH (follikelstimulierende Hormon) stimuliert die Östrogenbildung. Weiters hat es auch Geschlechterspezifische Aufgaben. Bei der Frau führt es zum Eizellenwachstum im Eierstock (Follikelwachstum) und der Eizellenreifung (Follikelreifung). Und beim Mann ist es die Spermienentwicklung.

LH (Luteinisierendes Hormon) hat ebenfalls geschlechterspezifische Aufgaben. Bei der Frau fördert Eireifung, Eisprung und Gelbkörperbildung. Und Spermienreifung beim Mann.

Prolakin setzt Milchproduktion in der Brustdrüse in Gang.

MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon) wird zusammen mit ACTH ausgeschüttet. Es beeinflusst über pigmentbildenden Melanozyten die Hautpigmentierung.

STH (Somatotropes Hormon) kontrolliert in Kindheit und Jugend das Körperwachstum. Es stimuliert Fett- und Glykogenabbau sowie vermindert dieses Hormon langfristig die Glukoseverwertung. Die Produktion von STH sinkt im Laufe des Lebens ab.

Die Schilddrüse und ihre Hormone:
Die Schilddrüse wiegt ungefähr 25g schwer und ist hufeisenförmig. Sie liegt in der Halsregion vor der Luftröhre und dicht unterhalb des Schildknorpels. Die Schilddrüse ist durch Bindegewebsstraßen in Läppchen aufgeteilt. Jedes dieser Läppchen besteht aus kleinen Bläschen, den Follikeln. Die Wand der Follikel wird aus einschichtigem Follikelepithel gebildet. Die Epithelzellen bilden Schilddrüsenhormone und schütten diese ins Kolloid aus, wo sie gespeichert werden. Zwischen den Follikeln liegen C-Zellen.

Die Schilddrüse bildet zwei Hormone. Dies sind Thyroxin und Trijodthyronin. Weiters wird in der Schilddrüse TRH sezerniert.

Die Hormone der Schilddrüse erwirken eine Steigerung des Energieumsatzes, durch anstieg der Herzarbeit, Körpertemperatur und Abbau von Fetten und Glykogen. Weiters auch eine Förderung des Wachstums und der Gehirnreifung. Vor allem Längenwachstum und intellektuelle Entwicklung. Weiters auch die Aktivitätszunahme des Nervensystems.

TRH (Thyreothalamus-Releasing-Hormon) stimuliert im Hypothysenvorderlappen die Ausschüttung von TSH (Thyreoideastimulierendes Hormon). TSH wiederum führt in der Schilddrüse zur vermehrten Hormonbildung und –freisetzung. Übers Blut erreichen Schilddrüsenhormone alle Körperregionen. Dadurch wird die TRH und TSH Bildung gehemmt.

Nebennierenrinde:
Die Nebennierenrinde ist der größte Teil der Nebenniere. Sie besteht aus drei Schichten. Dies sind die Zona glomerulosa, Zona fasciculata und die Zona reticularis.

In der Zona glomerulosa werden Mineralokorticoide (z.B. Aldosteron) produziert. Das Aldosteron wird durch Renin stimuliert und wirkt vor allem auf die Niere. Weiters leistet es eine Mithilfe an der Regulation vom Elektrolyt- und Wasserhaushalt sowie des Blutvolumens und des Blutdrucks. Aldosteron fördert Natrium- und Wasserrückresorption in die Niere und erhöht die Kaliumausscheidung.

Die Zona fasciculata produziert Glukortikoide (z.B. Kortisol, Kortison und Kortikosteron). Diese bewirken eine Steigerung der Glukoneogenese. Auch sind sie für den Eiweißabbau in Muskulatur, Haut- und Fettgewebe verantwortlich. Weiters erledigen diese Hormone den Fettabbau in der Peripherie.

In der Zona reticularis werden Sexualhormone (z.B. Androgene) produziert. Bei Frau Hauptbildungsort der Androgene. Das wichtigste Androgen der Nebennierenrinde ist DHEA (Dehydroepiandrosteron), welches in den Zielzellen zu Testosteron und Östrogenen umgewandelt wird. Weiters sind in Pubertät Androgene der Nebennierenrinde für das Wachstum wichtig.

Nebennierenmark:
Im Nebennierenmark sind hoch spezialisierte Neurone des Sympathikus zu finden. Durch Stimulation von vegetativen Neuronen des Zentralennervensystems werden Adrenalin und Noradrenalin ins Blut ausgeschüttet. Kommt es zu einer Stresssituation, werden diese in großen Mengen ausgeschüttet.

Eine Stresssituation erfolgt über zwei Reaktionsketten. In der Ersten wird der Hypothalamus aktiviert und die CRH (Corticotropin-releasing Hormone) Ausschüttung beginnt. Dadurch wird in der Hypophyse ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) freigesetzt. Dies bewirkt in der Nebennierenrinde die Ausschüttung von Glukortikoiden.

In der Zweiten wird über den Sympathikus das Nebennierenmark aktiviert. Es kommt zur Ausschüttung von einem Katecholamingemisch. Dieses besteht zu 80% aus Adrenalin und zu 20% aus Noradrenalin.

Katecholamine wirken Kurzfristig. Es werden die lebenswichtigen Organe aktiviert, die Herzschlagfrequenz und –kontraktionskraft nehmen zu und die Durchblutung von Haut und inneren Organen reduziert sich. Dadurch werden Organe zur Bewältigung der Stresssituation besser durchblutet, welche in der Regel beanspruchte Skelettmuskeln, Herzmuskel und Lunge sind. Daher weiten sich die Bronchien um mehr Sauerstoff bereitstellen zu können. Die Leber gibt mehr Glukose ins Blut frei. Und die Denkvorgänge werden zugunsten vorprogrammierter Reflexe blockiert.

Dauert eine solche Stressreaktion länger an oder kehrt diese immer wieder zurück (Dauerstress), hat dies schlechte Folgen für den Körper. Hierdurch wird das Schlafverhalten wird negativ beeinflusst. Es tritt eine Schwächung des Immunsystems ein und die Lern- und Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. Auch kann es zu Spannungskopfschmerzen kommen.

Sonntag, 21. April 2013

Chronische Pankreatitis



Die chronische Pankreatitis ist eine kontinuierlich oder in Schüben fortschreitende Bauchspeicheldrüsenentzündung. Es kommt dabei zu einem zunehmenden Verlust der endokrinen und exokrinen Pankreasfunktion.

Symptome dieser Erkrankung sind Oberbauchschmerzen die in den Rücken ausstrahlen, eine gekrümmte Körperhaltung und Gewichtsverlust. Später kommen noch Fettunverträglichkeit, Fettstühlen, Malassimulationssyndrom und Diabetes mellitus hinzu.

Diagnostiziert wird die chronische Pankreatitis mittels Sonographie, Computer- und Kernspintomographie und eventuell mit ERCP. Die akuten Schübe werden wie die akute Pankreatitis behandelt. Weiters absoluter Alkoholverzicht des Betroffenen, Substitution der Pankreasenzyme und gegebenenfalls werden fehlende Vitamine und Spurenelemente substituiert sowie bei Diabetes mellitus eine Insulintherapie.

Sonntag, 7. April 2013

Akute Pankreatitis



Eine akute Pankreatitis ist eine plötzlich einsetzende Entzündung des Pankreas. Es entsteht dadurch eine Beeinträchtigung der Pankreasfunktion. Ursachen dieser Erkrankung sind vor allem Gallenwegserkrankungen und Aloholabusus. Weiters kann die akute Pankreatitis durch Arzneimittel, Infektionen, Trauma oder iatrogen verursacht sein.

Der Beginn ist plötzlich und mit schweren Dauerschmerzen im Oberbauch. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Ileus und eventuell Fieber. In schweren Fällen kommt es auch zu Aszites, Pleuraergüsse, Schock- und Sepsisanzeichen.

Die Diagnose der akuten Pankreatitis erfolgt mittels Blutuntersuchungen und Sonographie. Je nach Schweregrad und Ursache sind Endosonographie, CT, MRCP oder ERCP sinnvoll.

Die Behandlung der akuten Pankreatitis erfolgt mittels Schmerzbekämpfung, parenteraler Ernährung mit Elekrolyt- und Volumenersatz, Protonenpumpenhemmer zur Unterdrückung der Magensäuresekretion und bei wiederholtem Erbrechen oder Ileus ableiten des Magensekrets sowie gegebenenfalls Antibiotika.

Dienstag, 2. April 2013

Cholelithiasis



Die Cholelithiasis ist eine Erkrankung der Gallenwege. Es kommt hierbei zur Bildung von Konkrementen in der Gallenblase und teilweise auch in den Gallengängen.

Risikofaktoren für Cholelithiasis sind positive Familienanamnese, weibliches Geschlecht, Alter über 40 Jahre, unausgewogene Ernährung, Adipositas, Diabetes mellitus, Schwangerschaft, Entzündungen und hämolytische Anämie. Ein typisches Symptom der Krankheit ist die Gallenkolik, wodurch die betroffene Person heftige, krampfartige Schmerzen im rechten Ober- und Mittelbauch hat. Häufig kommt es auch zu Schweißausbruch, Brechreiz, Erbrechen und eventuell Kreislaufkollaps.

Diagnostiziert wird die Cholelithiasis mittels Sonographie. Um andere Erkrankungen auszuschließen, setzt man Blut- und Urinuntersuchungen, EKG und eventuell MRC, Endosonographie sowie ERCP ein. Die Behandlung erfolgt dann mit krampflösenden und schmerzlindernden Arzneimitteln.

Montag, 1. April 2013

Gallengangatresie



Die Gallengangatresie ist eine Erkrankung bei Neugeborenen, bei der die intra- oder extrahepatischen Gallenwege unzureichend oder nicht ausgebildet sind. Hierbei staut sich die Gall in die Leber zurück, weshalb sich auf Dauer eine Leberzirrhose bildet.

Die Ursache der Gallengangatresie ist unbekannt. Symptome sind Ikterus, dunkler Urin und heller Stuhl. Die Diagnose wird mittels Sonographie und MRC gestellt.

Bei der extrahepatischen Gallengangatresie wird eine künstliche Verbindung zwischen Leberhilum und Jejunum geschaffen. Hingegen bei der intrahepatischen Gallengangatresie oder einem unzureichenden Operationserfolg ist eine Lebertransplantation die einzige Möglichkeit.