Montag, 21. Mai 2012

Der kleine und große Kreislauf


Das Gefäßsystem des Körpers besteht aus zwei Kreisläufen. Aus dem großen Kreislauf, welcher den ganzen Körper durchzieht und daher auch Körperkreislauf genannt wird, und aus dem kleinen Kreislauf, welcher vom Herzen zur Lunge und von da zurück zum Herzen führt, weshalb man hier auch vom Lungenkreislauf spricht.

Der Große Kreislauf
Die linke Herzkammer presst sauerstoffreiches, hellrotes Blut in Aorta (größte Schlagader des Körpers), wo sich diese  in Arterien aufteilt. Diese teilen sich weiter in Arteriolen und gehen schließlich in die Kapillaren über. Die Kapillaren haben eine dünne, durchlässige Wand und dienen dem Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten zwischen Gewebe und Blut. Weiters sind die Kapillaren das Verbindungsglied zwischen Arterien und Venen.

Nach diesem Austausch sammeln die Venolen das sauerstoffarme, dunkelrote Blut ein und vereinigen sich zu Venen. Später dann zu den Hohlvenen, welche sich in Obere Hohlvene (Vena cava superior) und Untere Hohlvene (Vena cava inferior) gliedern. Die Hohlvenen führen das Blut schließlich zurück zum Herzen.

Kleiner Kreislauf
Die rechte Herzkammer drückt sauerstoffarmes Blut in das Arteriennetz. Von dort wird es ebenfalls über Verzweigungen zu den Kapillaren geführt. Im Kapillarnetz der Lunge findet ein Stoffwechsel statt. Blut wird mit Sauerstoff gefüllt und Kohlendioxid an die Luft abgegeben und ausgeatmet. Die Venen führen dann das sauerstoffreiche Blut zurück in den linken Vorhof. Hier beginnt der Kreislauf von vorne.

Sonntag, 20. Mai 2012

Der Aufbau des Herzens


Das Herz liegt schräg im Mediastinum (Mittelfell) zwischen den Beiden Lungen. Zwei Drittel dessen Masse befindet sich in der linken Brustkorbhälfte. Das letzte drittel rechts. Weiters grenzt das Herz an die Rückseite des Brustbeins, an Speiseröhre und Aorta. Rechts und links von ihm ist es von den beiden Lungenflügeln umgeben. Die unterste Begrenzung ist das Zwerchfell.

Das gesunde Herz ist so groß wie eine geschlossene Faust und sieht aus wie ein abgestumpfter, schräg liegender Kegel. Es wiegt um die dreihundert Gramm.

Das Herz unterteilt sich in eine rechte und linke Herzhälfte. Rechts wird das sauerstoffarme Blut aus dem Venensystem aufgenommen und in den Lungenkreislauf gepumpt. Auf der anderen Seite wird das sauerstoffreiche Blut von der Lunge in den Körperkreislauf gepumpt.

Insgesamt hat das Herz vier Kammern. Je ein Vorhof (Atrium) in jeder Herzhälfte, welche klein und muskelschwach sind und Blut aus Körper oder Lunge aufnehmen. Weiters gibt es je eine Kammer (Ventrikel) in jeder Herzhälfte. Diese nehmen Blut aus dem Vorhof auf und pumpen es weiter in den Lungen- oder Körperkreislauf.

Die Herzscheidewand teilt das Herz in zwei Hälften. Diese besteht aus den zwei Teilen Vorhofseptum, welches den rechten und linken Vorhof trennt, und Kammerseptum. Letzterer trennt rechte und linke Kammer.

Mit einem Klappensystem geschieht zum einem die Weitergabe von Blut und zum anderen wird verhindert, dass dieses zurückfließt. Da gibt es die AV-Klappen (Atro-Ventrikular-Klappen, bzw. Segelklappen), welche zwischen Vorhof und Kammer liegen. Weiters die Mitralklappe in der linken Herzhälfte, die Trikuspidalklappe auf der rechten Herzhälfte und die Taschenklappen. Letztere befindet sich zwischen Kammern und den großen Schlagadern und verhindern den Blutrückfluss ins Herz. Hievon gibt es die Aortenklappe zwischen linker Kammer und Aorta sowie die Pulmonalklappe zwischen rechter Kammer und Truncus pulmonalis.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Die Atmung


Das Atmungssystem dient der Zufuhr und der Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Es ist Aufgeteilt in die oberen, Nase, Nasennebenhöhlen und Rachen, und unteren Atemwege, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und den Lungen. Beeinflusst wird dieses System durch körperliche Faktoren, Schmerz- und Temperaturreize sowie durch psychische Faktoren wie Zorn, Furcht, Freude und Stress.

Die Nase besteht aus dem Nasenbein (Os nasale), der mittleren Nasenmuschel (Concha nasalis media) und der unteren Nasenmuschel (Conchae nasales inferiores). Weiters ist die Nasenhöhle von einer Schleimhaut bedeckt, die der Erwärmung, Vorreinigung und Anfeuchtung der Atemluft dient. Außerdem beherbergt es das Riechorgan und ist das Resonanzzentrum für die Stimme. Aufgebaut ist die Nasenhöhle aus Stirnhöhlen (Sinus frontales), Kieferhöhlen (Sinus maxillares), Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales) und der Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidales).

Der Rachen, auch Pharynx genannt, besteht aus Rachenmandel (Tonsilla pharynx) und Gaumenmandeln (Tonsillae palatinae). Er ist in die Abschnitte Nasopharynx, Oropharynx und Laryngopharynx unterteilt und dient der Infektabwehr im Nasen-Rachen-Raum.

Der Kehlkopf, Larynx, besteht aus Zungenbein, Kehldeckel (Epiglottis), Taschenfalten (Plicae vestibulares), Kehlkopftasche (Ventriculus laryngis), Stimmfalten (Plicae vocales), Schildknorpel, Stellknorpel, Stimmbänder (Ligamenta vocalia), Stimmmuskel (m. vocalis) und dem Ringknorpel. Er verschließt bei der Nahrungsaufnahme die unteren Atemwege und ist das Hauptorgan der Stimmbildung. Bei der Stimmbildung werden die Stimmbänder durch einen Luftstrom in regelmäßige Schwingungen versetzt. Die Tonhöhe hängt von der Spannung der Kehlkopfmuskeln ab. Umso stärker gespannt, desto höher der Ton. Und umso entspannter, desto tiefer ist der Ton. Die Lautstärke hängt von der Stärke des Luftstroms ab.

Die Luftröhre (Trachea) ist durchschnittlich 11 cm lang. Sie ist ein muskulöser Schlauch und wird durch C-Förmige Knorpelspangen offen gehalten. Zwischen den Knorpelspangen liegt elastisches Bindegewebe. Die Luftröhre ist von einer Schleimhaut mit Flimmerepithel und Schleim bildenden Becherzellen überzogen. Durch Flimmerschlag gelangen Fremdkörper zurück in den Rachen.

Die Bronchien sind in zwei Hälften geteilt. Zum einen gibt es den rechten Hauptbronchus, welcher sich in drei Lappenbronchien teilt. Diese zweigen sich auf in Segmentbronchien, dann in Bronchiolen und schließlich in die Bronchiolo respiratorii. Beim linken Hauptbronchus, teilt sich die Luft in zwei Lappenbronchien, bevor sie sich in Segmentbronchien, dann in Bronchiolen und zuletzt in die Bronchiolo respiratorii aufteilen.

Die Alveolen sind das eigentlich Atmende Lungengewebe. Hier sind Blut und Luft nur durch die Blut-Luft-Schranke voneinander getrennt. Diese Schranke besteht aus einer dünnen Schicht Alveolar- und Kapillarendothel. Weiters kann hier der Sauerstoff aus der Alveolarluft rasch ins Kapilarblut übertreten. Kohlendioxid nimmt den umgekehrten weg. Die Oberfläche ist von einem Surfactant überzogen damit sie nicht zusammen fallen.

Die Lunge liegt in der Brusthöhle und umgibt seitlich das Mediastinum (Mittelfellraum). Nach außen ist sie von den Rippen und nach unten vom Zwerchfell begrenzt und ragen nach oben geringfügig über das Schlüsselbein hinaus. Zwischen den Beiden Lungenflügeln liegt das Herz.

Aufgebaut ist die Lunge aus dem linken Lungenflügel, bestehend aus Oberlappen und Unterlappen, und aus rechtem Lungenflügel, bestehend aus Oberlappen, Mittellappen und Unterlappen. Die Lungenlappen werden in Segmentlappen unterteilt. Links befinden sich neun Segmentlappen. Rechts sind zehn Segmentlappen.

Die Blutversorgung der Lungen erfolgt von den Blutgefäßen des Lungenkreislaufs. Dieses dient dem Gasaustausch. Die Eigenversorgung erfolgt über Äste des Körperkreislaufs. Die so genannten Bronchialarterien.

Von der Pleura sind zwei Stück vorhanden. Zum einen das Lungenfell (Pleura visceralis), welches die Lunge umgibt, und zum anderen das Rippenfell (Pleura parietalis), welches Brustwand, Zwerchfell und Mediastinum umgibt. Dazwischen liegt der Pleuraspalt. Hier ist ein leichter Unterdruck vorhanden.

Bei der Einatmung (Inspiration) dehnt sich die Lunge und Sauerstoffreiche Atemluft gelangt in die Lungenbläschen. Hingegen bei der Ausatmung (Exspiration) zieht sich die Lunge wieder zusammen und Kohlendioxid und Sauerstoffarme Luft wird nach außen abgegeben. Bei diesen Vorgängen folgt die Lunge der Erweiterung und Verengung des Brustkorbs.

Die Weite des Brustkorbs wird bestimmt durch Rippenstellung und Stand des Zwerchfelles. Der wichtigste Muskel bei der Atmung ist das Zwerchfell (Diaphragma) Weiters gibt es eine Atemhilfsmuskulatur. Bei der Einatmung sind dies der große Brustmuskel (m. pectroalis major) der kleine Brustmuskel (m. pectoralis minor), hintere obere Sägezahnmuskel (m. serratus posterior superior), der hintere untere Sägezahnmuskel (m.serratus posterior inferior), der Treppenmuskeln (mm. scaleni) und der Kopfwender (m. sternocleidomastoideus). Bei der Ausatmung helfen die inneren Zwischenrippenmuskeln (mm. intercostales interni).

Das Atemvolumen beträgt bei einem gesunden Erwachsenen etwa 500ml. Eine willentliche Erweiterung ist um bis zu 3 Liter möglich. Die Atemfrequenz liegt bei vierzehn bis sechzehn Atemzüge pro Minute. Das Atemminutenvolumen sind ganze 7,5 Liter pro Minute.

Sonntag, 13. Mai 2012

Von den kleinsten Teilen des Körpers


Eine Zelle besteht aus Zellwand, Zytoplasma und Zellorganellen. Die Zellwand, bzw. Zellmembran, hat eine Schutzfunktion und besitzt eine flexible Hülle. Sie ist Aufgebaut aus Phospholipiden mit eingebetteten Proteinen und ist semipermeabel. Das heißt, die Zellmembran reguliert den Durchtritt von Stoffen und bestimmt, welche Stoffe in die Zelle dürfen. Weiters ist sie für die Zellkontakte, die Verbindung zu benachbarten Zellen, verantwortlich.

Das Zytoplasma besteht zu über 80 Prozent aus Wasser. Hier herinnen liegt das Zytoskelett, welches die innere, stabilisierende Struktur der Zelle ist und als Hintergrund von Zellbewegungen dient. Weiters gibt es Zelleinschlüsse, welche Ansammlungen von Substanzen sind, die meist von der Zelle selbst produziert werden und oft durch ihr Form oder Farbe zu erkennen sind.

Die Zellorganellen sind die Organe der Zelle. Ihre Gesamtzahl, sowie auch die einzelnen Typen sind von Zelle zu Zelle unterschiedlich. Es gibt einen Zellkern, welcher Sitz der genetischen Information (DNA) und Steuerungszentrum des Zellstoffwechsels ist. Die DNA, ein Spiralenförmiger Doppelfaden, ist die Trägerin der Erbinformation. Sie besteht aus Cytosin, Thymin, Guanin und Adenin. Die RNA hat die Bauanleitung für Eiweißsynthese, die so genannte Translation. Und die Chromosomen bestehen aus DNA-Fäden. Von den Chromosomen sind 46 Einheiten vorhanden, die in 23 Paaren, von denen eines für die Geschlechtsbestimmung verantwortlich, angeordnet sind.

Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle, da diese aus Zucker Energie erzeugen. Im Golgi-Apparat werden auszuscheidende Stoffe Portionsweise abgeschnürt und aus der Zelle ausgeschleust. Die Ribosomen sind für die Proteinsynthese verantwortlich. Das endoplasmatische Retikulum macht Protein- und Lipidsynthese, sowie Entgiftung von körpereigener und körperfremder Substanzen. Und die Lysosomen sind winzige, von einer Membran umschlossene Bläschen, deren Hauptfunktion darin besteht, durch Phagozythose aufgenommene Fremdstoffe mittels der in ihnen gespeicherten Enzyme zu verdauen.

Eine ganze Ansammlung von Zellen nennt man Gewebe. Hiervon gibt es verschiedene Arten. Es gibt Muskelgewebe, Binde- und Stützgewebe, Epithelgewebe und Nervengewebe.

Das Epithelgewebe hat zur Aufgabe den Schutz der äußeren und inneren Körperoberfläche vor schädigenden Einflüssen. Es gibt mehrer verschiedene Arten davon. Zum einen gibt es das Oberflächenepithel, welches in der Darmschleimhaut und Nasenschleimhaut vorkommt. Weiters existiert ein Drüsenepithel. Dieses Gewebe kommt in der Tränendrüse, sowie in der Schweißdrüse vor. Zu guter Letzt gibt es noch ein Sinnesepithel, welches in Lichtaufnehmende Stäbchen und Zapfen in der Netzhaut der Augen vorhanden ist.

Die Zellen des Epithelgewebes liegen dicht beieinander und sind meist Wechselgewebe. Das heißt, es erneuert sich ständig. Außerdem sitzen die Zellen auf einer Basalmembran und besitzen je nach Aufgabe eine spezielle Oberflächengestaltung, bzw. sind Aufgrund der Anforderungen unterschiedlich aufgebaut.

Das Binde- und Stützgewebe hat die Funktion der Formgebung und –erhalt des Körpers und der Organe. Es kommt als Lockeres Bindegewebe zwischen den Organen, als Straffes Bindegewebe in der Lederhaut des Auges, der Hirnhaut, der Organkapseln und der Sehnen, und als Retikuläres Bindegewebe in lymphatischen Organen vor. Das Stützgewebe ist in Form von Knorpel und Knochen zu finden.

Die Binde- und Stützgewebe sind Bindegewebszellen, also ortsständige oder mobile, und Interzellularsubstanz (Aufgebaut aus Grundsubstanz und Fasern).

Die Funktion des Muskelgewebes ist schnell und einfach erklärt: Bewegung, Körperhaltung und –Stützung, sowie Wärmeproduktion.

Die Grundtypen dieses Gewebes sind zum einen die Glatte Muskulatur in der Wand innerer Organe. Diese sind nicht willentlich Steuerbar. Zu finden in Darm, Harn und in der Wand der Blutgefäße. Weiters gibt es die Skelettmuskulatur. Diese ist eine Quergestreifte Muskulatur und kann als einzige durch den Willen gesteuert werden. Sie ist zu finden in der Bauchmuskulatur, im Biceps, Triceps und im Zwerchfell. Als drittes gibt es noch die Herzmuskulatur. Diese kommt bekanntermaßen nur einmal vor und ist nicht willentlich Steuerbar.

Die Skelettmuskulatur besteht aus vielen Muskelzellen und mehre Muskelfasern bilden zusammen Muskelfaserbündel.

Dienstag, 8. Mai 2012

Dyskalkulie


Dyskalkulie ist eine Beeinträchtigung des Zahlenmäßigendenkens, welche beim Menschen in jedem Lebensalter vorhanden sein kann und tritt bei etwa sieben Prozent der Weltbevölkerung auf. Hierbei handelt es sich um ein kompensierbares Verständnisproblem arithmetischen Grundbereich, also dem Mächtigkeitsverständnis, dem Zahlbegriff, Grundrechenarten und dem Dezimalsystem, wobei die betroffenen Personen aufgrund ihrer subjektiven Logik in systematisierbarer Art und Weise Fehler machen. Dies beruht auf begrifflichen Verinnerlichungsproblemen, welche durch gezielte Therapie behoben werden kann.

Jedoch sagt Dyskalkolie nichts über die Intelligenz aus. Es ist falsch zu sagen, dass die Betroffenen dumm seien. Dies ist sogar komplett falsch, denn Personen mit Dyskalkolie haben meist einen überdurchschnittlichen IQ.

Allerdings kann bei einem Kind mit dieser Rechenschwäche nach einer langen Misserfolgsperiode in Mathematik und als Folge von einer sekundären Neurotisierung ein allgemeines Schulversagen auftreten. Weiters entwickelt das Kind auch ein negatives Selbstbild. Aufgrund dieser schlechten Beurteilung der eigenen Unfähigkeit resigniert der Betroffene auch in anderen Fächern. Dies führt irgendwann zu Konflikten mit Schule, Familie und dem sozialen Umfeld, welches sich zu einem Teufelskreis entwickelt und sich noch negativer auf das Kind auswirkt.

Montag, 7. Mai 2012

Ernährung


Essen ist für den Menschen eine wichtige Sache, die für ihn nicht nur der Lebenserhaltung dient, sondern auch Aufgaben wie Spaß, Lust, Frust und Bedürfnisse stillen erfüllt. Es wird von den verschiedensten Faktoren beeinflusst. Diese sind Alter, Kultur, Ökonomie, Bedarf, Landwirtschaft, Stoffwechsel, Zubereitung und durch die Medizin.

Ernährung wird auch im Gesundheitsbereich eingesetzt. Dies geschieht unter dem Begriff Diätetik, dessen Grundsätze der Erhalt der Gesundheit, Vermeiden des Fortschritts einer Krankheit sowie die Behandlung und Heilung unterstützen sind. Um dies zu Gewährleisten gibt es im Rationalisierungsschema, beziehungsweise im Kostformenkatalog eine Einteilung der Diätformen. Diese sind die Vollkost und leichte Vollkost, Energiedefinierte Diäten, Eiweiß- und Elektrolytendefinierte Diäten und die Sonderdiäten.

Um zu wissen, wie hoch der Energiebedarf eines Menschen ist, muss man ein wenig rechnen. Zuerst muss man sich den Grundumsatz errechnen, welcher Auskunft darüber gibt, wie viel ein Mensch benötigt ohne Sport und ohne übermäßige Bewegung. Dieser hängt außerdem vom Alter, der Größe, dem Geschlecht, Hormonsystem, dem Klima und von eventuell eingenommenen Medikamenten ab. Errechnet wird dieser folgendermaßen:
  • für einen Mann: 1 kcal Mal 24 Stunden Mal Kg Körpernormalgewicht
  • für eine Frau: 1 kcal Mal 24 Stunden Mal Kg Körpernormalgewicht

Jedoch hat man damit noch nicht den Gesamtenergiebedarf errechnet. Hierfür stehen einem drei Methoden zu Verfügung. Beim Ersten addiert man den Grundumsatz mit dem Leistungsumsatz. Letzteres ist entweder Eindrittel, Zweidrittel oder ein Ganzes vom Grundumsatz. Weiters kann man das Körpernormalgewicht in Kilogramm mit einer gewissen Anzahl an Kilokalorien multiplizieren. 25 für Bettlägerig, 32 für leichte Arbeit, 35 für Mittelschwere Arbeit, 40 für schwere Arbeit und 45 kcal für Schwerstarbeit. Drittens gibt es noch die Möglichkeit den Grundumsatz mit dem PAL (Physical Activity Level) zu multiplizieren. Hierzu gibt es ein Schema, welches wie vorhin aufgebaut ist. 1,2 für Bettlägerig, 1,4 für leichte Arbeit, 1,6 für Mittelschwere Arbeit, 1,8 für schwere Arbeit und 2,2 für Schwerstarbeit.

Vorhin war die Rede vom Körpernormalgewicht. Um diesen in Erfahrung zu bringen, benützt man einfach den Broca-Index. Dieser lässt sich errechnen, indem man die Körpergröße in Zentimeter minus Hundert nimmt. Eine weitere Methode zur Gewichtsdefinition ist der Body-Mass-Index, welcher sich mit Körpergewicht in Kilogramm durch Größe in Meter hoch zwei errechnen lässt.

Eines der drei wichtigsten Nährstoffe für den Körper ist Eiweiß, welches vor allem in Fleisch, Fisch, Ei, Milch sowie in Milchprodukten zu finden ist, und aus Aminosäuren besteht. Von diesen Aminosäuren gibt es zwanzig verschiedene, von denen wiederum acht essentiell, zehn nicht essentiell und zwei semi-essentiell sind. Die Aminosäuren bestehen aus Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Phosphat und Schwefel.

Der tägliche Bedarf an Eiweiß sind 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Dieser Bedarf ist bei Schwangeren und Stillenden sowie bei älteren Menschen und Rekonvaleszenten erhöht. Kann diese über einen längeren Zeitraum nicht gedeckt werden und kommt es somit zu einem Eiweißmangel, kann es zu einem Leistungsabfall, erhöhter Infektanfälligkeit, schlechter Wundheilung, Hungerödemen sowie zur erhöhten Morbidität und Mortalität kommen. Um dies zu verhindern, wird eine Eiweißaufnahme von zwei bis drei kleinen Portionen Fleisch und etwas Wurst pro Woche empfohlen.

Ein weiterer wichtiger Nährstoff ist Fett. Dieser besteht aus dem dreiwertigen Alkohol Glycerin und drei Fettsäuren und kann nach Herkunft, Konsistenz und dem Aufbau der Fettsäuren eingeteilt werden. Fett dient im Körper als Energielieferant, Vorratsstoff, Träger der essentiellen Fettsäuren und der fettlöslichen Vitamine sowie dem Schutz. Zur täglich Aufnahme werden 15 bis 20 g Streichfett, 15 bis 20 g Kochfett (= 1 bis 2 Esslöffel Öl) und 20 bis 30 g durch verstecktes Fett in der Nahrung empfohlen.

Nummer drei im Bunde der wichtigen Nährstoffe, sind die Kohlehydrate. Diese werden eingeteilt in Monosaccharide, Disaccharide und Polysaccharide und sind enthalten in Vollkorn, Naturreis, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Gemüse, Salate, Obst und in Nüssen. Weiters gibt es von den Kohlenhydraten günstige und ungünstige. Die günstigen sättigen gut, sind Ballaststoff und Vitaminlieferanten und lassen den Blutzucker langsamer sinken.

Jedoch gibt es noch weitere Stoffe, die für den Körper von Relevanz sind. Darunter sind zum Beispiel die Ballaststoffe, das Cholesterin und Kalzium.

Ersteres bewirkt im Körper die Dehnung der Magenwand, Beschleunigung der Darmpassage, Verstärkung der Peristaltik, die Nährstoffabsorption wird verzögert und sorgen für ein Sättigungsgefühl wie auch für eine gute Verdauung. Der Bedarf an Ballaststoffen liegt bei mindestens dreißig Gramm pro Tag. Eine ballaststoffreiche Ernährung ist bei Verstopfung, Darmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositats und Diabetes Mellitus von Bedeutung.

Das Cholesterin ist eine fettlösliche Substanz und hat die Aufgabe zum Aufbau der Zellmembran sowie zur Bildung von Gallensäuren, Hormonen und Vitamin D3. Es ist besonders in Innereien (Hirn, Leber, Niere), Eidotter und in Butter enthalten. Der Tagesbedarf an Cholesterin liegt bei 300 mg. Bei einem erhöhten Cholesterinwert im Blut, gelten als Maßnahmen mehr Bewegung, Cholesterin Einschränkung, Transfette senken sowie Ballaststoffe, Sojaproteine und Flavonoide erhöhen.

Kalzium dient dem Knochenaufbau und ist in Milch und Milchprodukten zu finden. Der tägliche Bedarf liegt bei tausend bis tausendzweihundert Gramm.