Mittwoch, 12. September 2012

Phasen der psychosexuellen Entwicklung nach Sigmund Freud



Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte Sigmund Freud die Phasen der psychosexuellen Entwicklung. Es reicht von der Geburt bis zur Pubertät.

Freuds Konzept beginnt mit der Orale Phase, welche das erste Lebensjahr betrifft. Hier ist der Mund das primäre Bezugsorgan. Die Kinder verbringen in dieser Phase viel Zeit mit Daumen oder Zehen lutschen. Weiters kommt es zu einer Spannungsreduktion und dem Auftreten von Lustgefühlen durch natürlichen Gebrauch oder künstliche Reizung. Auf die orale Phase fixierte Menschen haben niedrige Frustrationstoleranz und geben schnell auf.

Die Narzisstische Phase betrifft das zweite Lebensjahr. Das Kind entdeckt in dieser Zeit den eigenen Körper. Es kommt zur Entwicklung der autoerotischen Selbstbezogenheit. Außerdem erfolgt eine lustvolle Besetzung auf andere Objekte, sowie eine Verminderung des Selbstvertrauens und der Selbsterachtung bei Störung.

In der Analen Phase (2.-3. Lebensjahr) kommt es zu Lusterfahrung bei der Defäkation. Anfangs durch Ausscheiden und später durch Zurückhalten. Es kommt zu einem spannungsvollen Schwanken zwischen Hingabe und Zurückhalten. Bei einer Störung dieser Entwicklungsphase entstehen manische oder zwanghafte Persönlichkeitstypen. Dies ist gekennzeichnet durch Aggression, Überkontrolliertheit, Geiz und extreme Reinlichkeit

Bei der Phallischen Phase (4.-6. Lebensjahr) werden die Genitalien zur Errogenen Zone. Knaben stellen fest, dass Mädchen keinen Penis haben und führen dies auf eine Bestrafung zurück. Es entwickelt sich eine Kastrationsangst. Laut Freud kommt es bei Mädchen zum Penisneid. Weiter kommt es zum Ödipuskomplex, welche durch Rivalitätsgefühle mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil gekennzeichnet ist. Der Konflikt endet mit Unterdrückung der libidinösen Wünsche. Dadurch kommt es zur Übernahme geschlechtlicher Moralbegriffe und zur Entwicklung des ÜBER-ICH. Eine Störung führt zur hysterischen Persönlichkeitsstruktur, was ein auffälliges sexuelles Gebaren zur Folge hat, wo jedoch sexuelle Kontakte vermieden werden.

Die Latenzphase (7.-8. Lebensjahr) ist eine scheinbare Unterbrechung der sexuellen Entwicklung. Hier sind die Spielkameraden vom gleichen Geschlecht.

In der Genitale Phase (9. Lebensjahr bis zum Ende der Pubertät) kommt es zum Wiederaufleben der Sexualität und des Ödipuskomplexes. Es entsteht eine Hinwendung zum anderen Geschlecht, sowie eine beschleunigte körperliche und intellektuelle Reifung und verzögerte emotionale Reifung.

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