Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte Sigmund
Freud die Phasen der psychosexuellen Entwicklung. Es reicht von der Geburt bis
zur Pubertät.
Freuds Konzept beginnt mit der Orale Phase, welche das erste
Lebensjahr betrifft. Hier ist der Mund das primäre Bezugsorgan. Die Kinder verbringen
in dieser Phase viel Zeit mit Daumen oder Zehen lutschen. Weiters kommt es zu
einer Spannungsreduktion und dem Auftreten von Lustgefühlen durch natürlichen
Gebrauch oder künstliche Reizung. Auf die orale Phase fixierte Menschen haben
niedrige Frustrationstoleranz und geben schnell auf.
Die Narzisstische Phase betrifft das zweite Lebensjahr. Das Kind
entdeckt in dieser Zeit den eigenen Körper. Es kommt zur Entwicklung der
autoerotischen Selbstbezogenheit. Außerdem erfolgt eine lustvolle Besetzung auf
andere Objekte, sowie eine Verminderung des Selbstvertrauens und der
Selbsterachtung bei Störung.
In der Analen Phase (2.-3. Lebensjahr) kommt es zu Lusterfahrung
bei der Defäkation. Anfangs durch Ausscheiden und später durch Zurückhalten. Es
kommt zu einem spannungsvollen Schwanken zwischen Hingabe und Zurückhalten. Bei
einer Störung dieser Entwicklungsphase entstehen manische oder zwanghafte
Persönlichkeitstypen. Dies ist gekennzeichnet durch Aggression, Überkontrolliertheit,
Geiz und extreme Reinlichkeit
Bei der Phallischen Phase (4.-6. Lebensjahr) werden die Genitalien
zur Errogenen Zone. Knaben stellen fest, dass Mädchen keinen Penis haben und
führen dies auf eine Bestrafung zurück. Es entwickelt sich eine
Kastrationsangst. Laut Freud kommt es bei Mädchen zum Penisneid. Weiter kommt
es zum Ödipuskomplex, welche durch Rivalitätsgefühle mit dem
gleichgeschlechtlichen Elternteil gekennzeichnet ist. Der Konflikt endet mit
Unterdrückung der libidinösen Wünsche. Dadurch kommt es zur Übernahme
geschlechtlicher Moralbegriffe und zur Entwicklung des ÜBER-ICH. Eine Störung
führt zur hysterischen Persönlichkeitsstruktur, was ein auffälliges sexuelles
Gebaren zur Folge hat, wo jedoch sexuelle Kontakte vermieden werden.
Die Latenzphase (7.-8. Lebensjahr) ist eine scheinbare
Unterbrechung der sexuellen Entwicklung. Hier sind die Spielkameraden vom
gleichen Geschlecht.
In der Genitale Phase (9. Lebensjahr bis zum Ende der
Pubertät) kommt es zum Wiederaufleben der Sexualität und des Ödipuskomplexes.
Es entsteht eine Hinwendung zum anderen Geschlecht, sowie eine beschleunigte
körperliche und intellektuelle Reifung und verzögerte emotionale Reifung.
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