Als Demenz bezeichnet man eine
Erkrankung, die ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten
und so zur Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen führt. Sie geht
meist mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einher. Betroffen ist
vor allem das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik
sowie bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur.
Stadien der Demenz
Die Demenz wird drei Stadien
eingeteilt. Dies sind Das bedrohte Ich,
Das verwirrte Ich und Das versunkene Ich.
Beim bedrohten Ich befindet sich der Patient im Anfangsstadium der
Krankheit. Er oder sie begreift das Gedächtnisproblem, kompensiert oder leugnet
es jedoch. Stress und Angst sorgen dafür, dass der Patient sich zurückzieht.
Die betroffene Person vermeidet soziale Kontakte.
Beim verwirrten Ich wohnt der Patient meist schon in einem Alters- oder
Pflegeheim und lebt meist in der Vergangenheit. Zum Beispiel glauben die
Betroffenen, dass die Eltern noch leben.
Im Stadium des versunkenen Ich verbringt der Patient
die meiste Zeit nur noch im Bett. Er oder sie redet nicht mehr und spricht nur
mehr auf Berührungsreize an. Betroffene reagieren nur auf Essen und Trinken.
Formen der Demenz
Bei der Demenz gibt es viele
verschiedene Formen. Die wichtigsten sind die Alzheimer-Krankheit, die
Frontotemporale Demenz, die Vaskuläre Demenz und die Lewy-Body-Demenz.
Symptome bei Alzheimer sind vor allem
kognitive Probleme wie Gedächtnis- und Wortfindungsprobleme, Prospagnosie,
Kleidungsaproxie, Orientierungsprobleme in Zeit und Ort und Verwahrlosung.
Weiters auch Verhaltensprobleme wie Argwohn, Misstrauen und Angst.
Die Frontotemporale Demenz
beginnt in einem relativ jungen Lebensalter. Erste Probleme treten in Beruf und
Partnerschaft auf. Zuerst kommen Verhaltensprobleme und anschließend Probleme
mit dem Denken. Es kommt zu Sprachstörungen und soziale Situationen werden
schlecht eingeschätzt.
Die Krankheit beginnt mit
sozialer Vergrobung und Verrohung, Enthemmung, Ruhelosigkeit und Störungen bei
den ausführenden Funktionen.
Bei den Problemen mit dem Denken
kommt es zu einer Verschlechterung des Gedächtnisses, Verarmung der Sprache,
Wortfindungsprobleme und Abnahme der Fähigkeit abstrakt zu denken.
Die Symptome einer vaskulären
Demenz sind Störungen in der Psychomotorik und Körpermotorik sowie der
Aufmerksamkeit und der Konzentration. Weiters Gedächtnisprobleme in Form der
Wiedergabe von Erinnerungen, Harninkontinenz und der Verlauf erfolgt in
sprunghaften Verschlechterungen. Die Betroffenen haben ein gutes
Krankheitsbewusstsein.
Bei der Lewy-Body-Demenz kommt es
zu Halluzinationen, reduzierte Mimik, Aufmerksamkeits- und
Konzentrationsstörungen, Störungen beim Planen und Ausführen von Handlungen,
Fallneigung und Gleichgewichtsstörungen und Vergesslichkeit. Die Betroffenen
haben klare und weniger klare Tage.
Untersuchungen
Klinische Untersuchungen bei
verdacht auf Demenz sind die Beobachtung der körperlichen Gestalt, Fähigkeit
zum Ausziehen und Aufhängen von Gewand und Selbstvertrauen oder Unsicherheit
sowie körperliche Untersuchungen der Schilddrüse, Herz- und Gefäßsystem,
neurologische Prüfung und Zustand der Sinne.
Die wichtigsten Untersuchungen um
eine Demenz feststellen zu können sind der Uhren-zeichen-Test, der
Mini-Mental-Status-Test (MMST) und der Frontal-Assessment-Battery-Test (FAB).
Beim Uhren-Zeichen-Test wird das
räumliche Vorstellungsvermögen geprüft. Dies geschieht indem der Patient eine
Uhr mit Ziffern und Zeigern zeichnen soll. Auf dieser Uhr soll es zehn Minuten
vor Elf Uhr sein. Die Auswertung erfolgt in einem Punktesystem, wo es für die
Kontur zwei Punkte, für Ziffern und Zeiger jeweils bis zu fünf Punkte und alles
weitere zwei Punkte gibt.
Der Mini-Mental-Status-Test prüft
die kognitiven Bereiche. Dies sind die Orientierung in Zeit und Ort,
Registrierung (drei Wörter hören und nachsprechen), Aufmerksamkeit, Gedächtnis,
Sprache und Konstruktion (Nachzeichnen eines Kubus). Auch hier erfolgt die
Auswertung in einem Punktesystem.
Beim Frontal-Assesment-Battery-Test
wird dem Patienten eine Aufgabe gestellt. Die zu testende Person soll nachdem
der Tester einmal geklopft hat, zwei Mal klopfen und wenn der Tester zwei Mal
klopft, nur einmal klopfen. Weiters soll der Patient ein gemeinsames Merkmal
eines Apfels und einer Birne nennen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen