Sonntag, 12. Mai 2013

Das Blut



Das Blut ist die wichtigste Flüssigkeit des menschlichen Körpers. Es ist für den Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen zuständig. Weiters bekämpfen seine Blutkörperchen körperfremde Partikel und Krankheitserreger. Das Blut ist auch an der Wärmeregulation durch ständige Blutzirkulation verantwortlich, sowie für die Abdichtung von Gefäßwanddefekten durch Gerinnung und für den Ausgleich der pH-Wert Schwankungen.
Das Blut besteht zum einem aus Blutkörperchen, welche 40 bis 45 Prozent ausmachen. Der zweite und größere Bestandteil ist das Blutplasma, das 55 bis 60 Prozent des Blutes darstellt.
Das Blutplasma ist für die Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks verantwortlich. Auch der Transport von kleinmolekularen Stoffen (Bsp. Hormone), Konstanthaltung des pH-Wertes und die Blutgerinnung gehen auf seine Kappe. Weiters hat das Blutplasma eine Abwehrfunktion und stellt ein Proteinreservoir da. Es besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Weitere 8 Prozent sind Proteine, wie Albumin und Globulin. Die restlichen 2 Prozent sind Stoffwechselprodukte, wie Ionen, Glukose, Vitamine, Hormone, etc.

Erythrozyten
Die Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie sind eine in der Mitte gedellte Scheibe mit einem Durchmesser von 7,5 µm (Mikrometer). Ihre Randdicke beträgt 2 µm und die Zentraldicke 1 µm. Die Zellmembran der Erythrozyten ist semipermeabel.
Die Entstehung der roten Blutkörperchen nennt man Erythropoese. Hier entwickelt sich eine Spezialisierte Stammzelle zuerst zu einem Proerythroblasten. Die reiferen Erythroblasten beginnen mit Hämoglobinsynthese, wo sie noch einen Zellkern haben, der dann beim Normoblasten schrumpft und ausgestoßen wird. Danach verlässt die rote Blutzelle das Knochenmark und gelangt ins Gefäßsystem. Diese jungen Erythrozyten werden Retikulozyten genannt (aufgrund Netzartiger Struktur). Nach einigen Tagen verliert sich die Netzstruktur. Es liegt ein Erythrozyt vor.
Ein rotes Blutkörperchen zirkulieren etwa 120 Tage im Blut. Es wird in der Niere aus dem Blut entfernt und in Bruchstücke zerlegt. Sie werden von Phagozytose befähigten Zellen in den Sinusräumen von Milz, Leber und Knochenmark phagozytiert und abgebaut. Das hierdurch freiwerdende Hämoglobin wird in Häm und Globin auf gespalten. Eisen wird aus Häm-Molekül freigesetzt und von Transportprotein aufgenommen. Der Rest wird als Bilirubin und Urobilinogin ausgeschieden.
Die Erythrozyten erfüllen Transportaufgaben. Zum einem transportieren sie Sauerstoff von Lunge zum Gewebe. Aber die roten Blutkörperchen erledigen auch den Transport von Kohlendioxid vom Gewebe zur Lunge.

Leukozyten
Die Leukozyten sind die weisen Blutkörperchen. Sie erfüllen bestimmte Aufgaben im Bereich der Abwehr von körperfremden Strukturen und von Krankheitserregern. Die Leukozyten werden in drei Gruppen unterteilt. Es gibt die Granulozyten, die Lymphozyten und Monozyten.
Die Granulozyten haben einen Durchmesser von 10 bis 17 µm. Sie werden wiederum in drei Gruppen unterteilt. Diese sind zum einen die neutrophilen Granoyten, welche Bakterien und abgestorbene körpereigene Zellen im Knochenmark phagozytieren. Weiters gibt es die eosinophilen Granozyten. Diese können ebenfalls phagozytieren. Sie spielen bei Infektionen, Allergien und Abwehr von Parasiten eine Rolle. Die dritte Gruppe der Granulozyten sind die basophilen Granozyten. Sie vermitteln allergische Reaktionen.
Die Lymphozyten haben einen Durchmesser von 7 bis 12 µm und besitzen einen bläulich angefärbten, runden Kern. Die spezialisierten Antikörper entstehen aus den B-Lymphozyten und die T-Lymphozyten bekämpfen allgemein Eindringlinge.
Monozyten haben einen Durchmesser von 12 bis 20 µm und besitzen einen großen, hufeisenförmigen Kern. Ihre Aufgabe ist die Phagozytose von Mikroorganismen.

Der natürliche Wundschluss
Die Thrombozyten, auch bekannt als Blutblättchen, sind die kleinsten Zellen des Blutes. Im Schnitt sind sie 1 bis 4 µm groß und 0,5 µm dick. Weiters sind die Thrombozyten Kernlos. Ihre Funktion besteht darin bei Gefäßverletzung sich an verletzte Gefäßwände zu heften und dadurch zu einem weißen Thrombus zu verkleben. Dies ist allerdings kein dauerhafter Verschluss.
Erst durch die Blutgerinnung kommt es zu einem Dauerhaftenverschluss. Um den Thrombozytentropf spinnt sich ein Netz aus Fibrin. Dieses Fibrinnetz zieht sich und die Wundränder zusammen. Dadurch verkleinert sich die Wunde. Fibroblasten wachsen später ein und bauen Thrombus bindegewebig um. Damit wird die Wunde endgültig geschlossen.
Jedoch ist die Abheilung der Wunde noch nicht abgeschlossen. Es kommt noch zur Fibrinolyse. Dies ist der Abbau der Fibrinpföpfe und Öffnung der verschlossenen Blutgefäße nach der Wundheilung, welche Tage bis Wochen später stattfindet. Die Fibrinolyse wird durch das Enzym Plasmin in Gang gesetzt.

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