Mittwoch, 8. Mai 2013

Brusternährung



Als Stillen wird die Ernährung des Säuglings und Kleinkinds bezeichnet. Es ist die erste Nahrung die der Mensch bekommt.

Vorteile
Das Stillen bringt dem Kind, aber auch der Mutter, einige Vorteile. Zum einem trägt es zum Schutz vor Infektionen und zur Entwicklung bei. Die Menge und der Bedarf sind hormonell ans Kind angepasst, die Muttermilch ist jederzeit verfügbar und das Stillen fördert Mutter-Kind-Beziehung. Weiters senkt es das Übergewichtsrisiko, verringert Otitis media um bis zu 50%, Gastroenteritis um bis 64%, Atemwegserkrankungen bis 72%,  Diabetes Typ 1 und SIDS Risiko um 36%.

Das Stillen ist eine Prävention zur Verhinderung der atopischen Dermatitis und wirkt Sucht vorbeugend. Außerdem spart es Geld und ist Umweldfreundlich, da hierbei kein Abfall entsteht und kein Transport notwendig ist.

Maßnahmen zur Stillförderung
Grundsätzlich gilt bald stillen, oft stillen und nur stillen. Um das Stillen zu fördern wird ein intensiver Hautkontakt zwischen Mutter und Kind empfohlen. Da etwa zwanzig bis dreißig Minuten nach der Geburt der Saugreflex des Neugeborenen am stärksten ausgeprägt ist, sollte in dieser Zeit das Baby zum ersten Mal angelegt werden.

Muttermilch
Durch den Saugakt werden die Nervenenden der Brustwarze und des Warzenvorhofes gereizt. Dies bewirkt die Abgabe von Prolakin. Dadurch wird die Milchbildung gefördert. Häufiges Saugen vermehrt die Prolakinausschüttung.

Die erste Muttermilch wird Kolostrum genannt. Dies ist eine gelbe, dickflüssige Milch und wird gleich nach der Geburt in geringen Mengen abgegeben. Sie enthält mehr Proteine, Immunglobuline und weniger Fett als reife Milch und ist leicht verdaulich. Diese Milch reguliert das Energiedefizit sowie einen auftretenden Ikterus.

Die reife Muttermilch besteht aus Wasser, Proteinen, Fette, Kohlenhydrate, Mineralien und Spurenelemente sowie aus Vitaminen.

Wichtig beim Stillen
Beim Stillen sollte auf eine entspannte, ruhige Atmosphäre geachtet werden. Davor sollte die Mutter Hände waschen und auf eine bequeme Lage für sich schaffen. Weiters ist eine kurze Brustmassage mit Daumen und Zeigefinger vor dem Stillen hilfreich.

Bei der Durchführung ist zu Beachten, dass das Kind die Brust erreichen kann und es Bauch an Bauch mit er Mutter liegt. Außerdem muss die Nase des Kindes muss frei sein und die Mutter umfasst Rücken und Gesäß des Kindes.

Zu Beginn berührt die Mutter Gesicht des Kindes mit der Warze und sorgt dafür, dass die Zunge des Säuglings unten ist. Wichtig ist, dass die Anlegezeit sich nach den Bedürfnissen des Kindes richtet. Sollte dieser am Ende nicht von selbst die Brust loslassen, kann die Frau mit einem Finger den sog unterbrechen.

Um das Kind nicht zu gefährden ist eine Brustpflege wichtig. Diese sollte täglich mit Wasser und milder Seife erfolgen.

Stillrhythmus richtet sich nach den Bedarf des Kindes. Das heißt, das Baby wird angelegt, wenn es Hunger hat. Typische Zeichen dafür sind Augenbewegung, ein hin und her drehen des Kopfes, das Bewegen der Arme, Sauggeräusche und Saugbewegungen, sowie das Saugen an der eigenen Hand und weint, wenn nicht reagiert wird.

Milcheinschuss
Der Milcheinschuss erfolgt circa am zweiten, dritten bis maximal fünften Tag nach der Geburt. Eine Temperaturerhöhung auf bis zu 38°C für maximal zwei Tage ist normal und stellt kein Problem dar. Die Brust ist durch den Milcheinschuss hart, gespannt, vergrößert, warm und meist schmerzhaft.

Die daraus resultierenden Schmerzen können durch einfache Maßnahmen gelindert werden. Wichtig ist vor allem das Stillen ad libitum, also nach Bedarf. Weiters hilft die Zufuhr von Wärme vor dem Stillen und eventuell ein abpumpen der überschüssigen Milch. Hilfreich sind auch eine Brustmassage, das Leerpumpen und die Brüste nach dem Stillen kühlen. Eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr kann ebenfalls Abhilfe verschaffen.

Eine Komplikation der Nichtbehandlung ist der Milchstau.

Milchstau
Ein Milchstau entsteht, wenn die Milchgänge nicht genügend entleert werden. Typische Zeichen für diese Komplikation sind harte, schmerzempfindliche Brüste.

Die Ursachen eines Milchstaus sind für gewöhnlich eine Abflussbehinderung durch gestörten Milchspendereflex, wegen Stresssituation oder Schmerzen, eine Mangelnde Entleerung der Brust, da das Kind zu selten angelegt wird, das Kind nachts durch schläft oder Flach- oder Hohlwarzen, Mechanische Abflussbehinderung, aufgrund eines zu engen BHs, Empfindlichkeit der Brust gegen Kälte und Zugluft sowie Schlag oder Druck gegen die Brust.

Maßnahmen bei einem Milchstau sind häufiges anlegen, für Ruhe und Entspannung sorgen, warme Kompressen vor dem Stillen, Kälteanwendung nach dem Stillen, eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr, das Überprüfen der Anlegetechnik, homöpathische Mittel und eine Stillberatung. Auf ärztliche Anordnung kann auch die Anwendung eines Syntocin Sprays fünf Minuten vor dem Stillen sowie eventuell Schmerzmittel hilfreich sein.

Mastitis
Mastitis ist eine schmerzhafte Schwellung der betroffenen Brustpartie mit Rötung und Überwärmung der Haut. Häufig mit Fieber, einem allgemeinen Mattigkeitsgefühl, grippeartige Gliedschmerzen und nach ein bis drei Tagen kommt es zu Abszessbildung. Weiters auch begleitende Schwellung der Achsellymphknoten.

Eine Mastitis wird mit Blutabnahme und Ultraschall diagnostiziert.

Maßnahmen bei Mastitis sind Bettruhe, Entspannung, gute Entleerung durch häufiges Anlegen oder Abpumpen, bei Fortgeschrittener Mastitis jedoch Stillverbot, das Einschränken der Flüssigkeitsmenge, ein Ruhigstellen der Brust, kühle Umschläge, Wärmeanwendung bei beginnender Einschmelzung des Abszesses und die Gabe von Antibiotika sowie entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente.

Abstillen
Unter dem Begriff „Abstillen“ versteht man das Entwöhnen des Säuglings von der Muttermilch. Hierbei wird in drei Arten unterschieden. Dies sind allmähliches Abstillen, frühes Abstillen und plötzliches Abstillen.

Das allmähliche Abstillen ist der Normalfall. Hier geht das Angebot aufgrund geringer Nachfrage zurück. Die Brust stellt sich Problemlos darauf ein.

Das frühe Abstillen erfolgt einige Wochen nach der Geburt. Da ist zu beachten, dass das Kind maximal eine Mahlzeit pro Woche durch Flaschennahrung erhält um den Säugling und die Brust nicht zu überfordern.

Das plötzliche Abstillen ist notwendig, wenn Mutter schwer erkrankt oder das Kind stirbt. Diese Form erfolgt meist medikamentös und kann alternativ unterstützt werden. Die Frau sollte die Flüssigkeitszufuhr reduzieren und Salbeitee trinken. Weiters hilfreich sind das Tragen von engen, gut sitzenden BHs und kalte Wickel.

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