Donnerstag, 23. August 2012

Geschichte und Zukunft der Pflegeforschung


Die deutschsprachigen Länder haben eine Gemeinsamkeit: Pflegeforschung entwickelte sich nicht in traditionellen wissenschaftlichen Einrichtungen, sondern durch Einzel- oder Gruppeninitiativen.

Als österreichische Vertreter hierfür sind Elisabeth Seidl und Ilsamarie Walter zu nennen. Erstere war Leiterin mehrer Institute in Wien, Linz und Graz. Walter war nach ihren Studien in Psychologie, Soziologie, Übersetzungswissenschaft und Geschichte, wissenschaftliche Assistentin an der Abteilung Pflegeforschung in Wien und des Instituts für Pflege- und Gesundheitssystemforschung (IPG) der Universität Graz.

Weiters wichtig für die Pflegeforschung war die 1988 erstmals erschiene Zeitschrift „Pflege“, welche sechs Mal im Jahr erscheint.

Wichtige Erfolge zur Etablierung der Pflegeforschung in Österreich waren das erste Seminar für Pflegeforschung in Wien mit Lisbeth Hockey 1983, die Aufnahme des Faches „Grundlagen der Pflegewissenschaften und Pflegeforschung“ in die DGKP-Ausbildung im Jahr 1997, Vorlesungen und Seminare an der Universität Wien seit 1998 über Pflegeforschung sowie seit dem Wintersemester 2010 die ordentliche Universitätsprofessur für ein Diplomstudium Pflegewissenschaft.

Hanna Mayer erwähnt in ihrem Buch „Pflegeforschung kennenlernen“ folgende Punkte, die notwendig sind um die Pflegeforschung zu etablieren:
  • Verankerung an Universitäten
  • Errichtung von universitären und außeruniversitären Forschungsinstituten
  • Zugang zu Forschungsförderfonds
  • wissenschaftliche Zeitschriften
  • Tagungen und Kongresse
  • Weiters hält sie für wichtig:
  • Ausbildung in Pflegeforschung aller Pflegepersonen
  • Forschungsstellen in Kliniken um wichtige Fragestellungen aus der Praxis direkt bearbeiten zu können

Ich persönlich stimme ihr bei der Verankerung an Universitäten zu, da hier eine gute Verbreitungsmöglichkeit von Wissen und eine hochwertige Ausbildung von Wissenschaftlern möglich sind, sowie dies eine bessere Anerkennung der Pflegewissenschaft bringt.
Was die Errichtung von Forschungsinstitute betrifft, kann ich Frau Mayer nur bedingt zu stimmen. Institute an Universitäten erscheinen mir als zu Praxisfern. Hingegen Forschungsstellen in Kliniken halte ich für angebrachter, da hier eine Praxistauglichkeit eher und vor allem schneller überprüft werden kann.

Den Zugang zu Forschungsförderfonds sehe ich ebenfalls als wichtig an und stimme hierbei Hanna Mayer voll und ganz zu. Meine Begründung hierfür ist, dass ohne Geld nichts auf der Welt geht.

Wissenschaftliche Zeitschriften gibt es bereits. Hierbei sollten die Fragen der Finanzierung nicht außer Acht gelassen werden. Weiters sollte überlegt werden, ob es anstatt von Printmedien womöglich besser ist auf ein neues Medium, wie das Internet, zu zugreifen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Schnelle, kostengünstigere Verbreitung und für jeden Zugänglich.

Was die Ausbildung in Pflegeforschung aller Pflegepersonen betrifft, kann ich nur bedingt zustimmen. Diplomierte PflegerInnen Ja, aber nicht PflegehelferInnen. Letzteres arbeitet nach Anordnung und unter Aufsicht des gehobenen Gesundheits- und Krankenpflegepersonals. Daher sehe ich keine Notwendigkeit Pflegeforschung in der Ausbildung von PflegerhelferInnen zu verankern.

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