Die deutschsprachigen Länder haben eine Gemeinsamkeit:
Pflegeforschung entwickelte sich nicht in traditionellen wissenschaftlichen
Einrichtungen, sondern durch Einzel- oder Gruppeninitiativen.
Als österreichische Vertreter hierfür sind Elisabeth Seidl
und Ilsamarie Walter zu nennen. Erstere war Leiterin mehrer Institute in Wien,
Linz und Graz. Walter war nach ihren Studien in Psychologie, Soziologie,
Übersetzungswissenschaft und Geschichte, wissenschaftliche Assistentin an der
Abteilung Pflegeforschung in Wien und des Instituts für Pflege- und
Gesundheitssystemforschung (IPG) der Universität Graz.
Weiters wichtig für die Pflegeforschung war die 1988
erstmals erschiene Zeitschrift „Pflege“, welche sechs Mal im Jahr erscheint.
Wichtige Erfolge zur Etablierung der Pflegeforschung in
Österreich waren das erste Seminar für Pflegeforschung in Wien mit Lisbeth
Hockey 1983, die Aufnahme des Faches „Grundlagen der Pflegewissenschaften und
Pflegeforschung“ in die DGKP-Ausbildung im Jahr 1997, Vorlesungen und Seminare
an der Universität Wien seit 1998 über Pflegeforschung sowie seit dem
Wintersemester 2010 die ordentliche Universitätsprofessur für ein Diplomstudium
Pflegewissenschaft.
Hanna Mayer erwähnt in ihrem Buch „Pflegeforschung
kennenlernen“ folgende Punkte, die notwendig sind um die Pflegeforschung zu
etablieren:
- Verankerung an Universitäten
- Errichtung von universitären und außeruniversitären Forschungsinstituten
- Zugang zu Forschungsförderfonds
- wissenschaftliche Zeitschriften
- Tagungen und Kongresse
- Weiters hält sie für wichtig:
- Ausbildung in Pflegeforschung aller Pflegepersonen
- Forschungsstellen in Kliniken um wichtige Fragestellungen aus der Praxis direkt bearbeiten zu können
Ich persönlich stimme ihr bei der Verankerung an
Universitäten zu, da hier eine gute Verbreitungsmöglichkeit von Wissen und eine
hochwertige Ausbildung von Wissenschaftlern möglich sind, sowie dies eine
bessere Anerkennung der Pflegewissenschaft bringt.
Was die Errichtung von Forschungsinstitute betrifft, kann
ich Frau Mayer nur bedingt zu stimmen. Institute an Universitäten erscheinen
mir als zu Praxisfern. Hingegen Forschungsstellen in Kliniken halte ich für
angebrachter, da hier eine Praxistauglichkeit eher und vor allem schneller
überprüft werden kann.
Den Zugang zu Forschungsförderfonds sehe ich ebenfalls als
wichtig an und stimme hierbei Hanna Mayer voll und ganz zu. Meine Begründung
hierfür ist, dass ohne Geld nichts auf der Welt geht.
Wissenschaftliche Zeitschriften gibt es bereits. Hierbei
sollten die Fragen der Finanzierung nicht außer Acht gelassen werden. Weiters
sollte überlegt werden, ob es anstatt von Printmedien womöglich besser ist auf
ein neues Medium, wie das Internet, zu zugreifen. Die Vorteile liegen klar auf
der Hand: Schnelle, kostengünstigere Verbreitung und für jeden Zugänglich.
Was die Ausbildung in Pflegeforschung aller Pflegepersonen
betrifft, kann ich nur bedingt zustimmen. Diplomierte PflegerInnen Ja, aber
nicht PflegehelferInnen. Letzteres arbeitet nach Anordnung und unter Aufsicht
des gehobenen Gesundheits- und Krankenpflegepersonals. Daher sehe ich keine
Notwendigkeit Pflegeforschung in der Ausbildung von PflegerhelferInnen zu
verankern.
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