Bei einer Body Integrity Identity Disorder (BIID) handelt es sich um eine Störung bei der die Betroffenen den Wunsch nach einem körperlichen Leiden haben. Soll heißen, die Betroffenen wünschen sich ein Leben mit Behinderung.
BIID ist einer der seltensten Störungen in der Psychiatrie. Der Beginn dieser Erkrankung beginnt meist durch ein Erlebnis in der Kindheit, wie zum Beispiel das Treffen mit einem Behinderten, dem ein Bein fehlt. Die Forschung wurde erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts auf diese Störung aufmerksam und gab ihr zunächst die irreführende Bezeichnung „Apotemnophilie“ (Vorliebe fürs Abschneiden). Dies ist nicht zutreffend, da die Betroffenen Schmerzen nicht als erregend finden, sondern die Sehnsucht nach einer Amputation haben.
Im Jahre 2000 nahm der schottische Arzt Robert Smith zwei Beinamputationen bei BIID – Patienten vor. Nach Protesten seitens des britischen Parlaments, griff die britische Ärztekammer ein und untersagte solche Operationen.
Allerdings ist ein solches Verbot kein Hindernis für die Betroffenen. Wenn das Verlangen nach einer Amputation zu groß ist, kommt es vor, dass einige von diesen sich selbst ein Bein entfernen oder sich selbst so schlimm Verletzen, dass ein Arzt den Betroffenen das bestimmt Gliedmaß schließlich entfernen muss.
Michael First, ein Psychiater der New Yorker Columbia – Universität, befragte vor sieben Jahren 52 BIID – Betroffene. Neun von ihnen hatten eine Amputation durchführen lassen. Dabei kam der Psychiater zu der Erkenntnis, dass alle neun keinen weiteren Wunsch nach einer Amputation hatten.
Durch weitere Untersuchungen konnte man keine sexuelle Komponente feststellen. Auch konnte man keine Wahnerkrankungen feststellen. Eine Depression ist nur in den seltensten Fällen vorhanden.
Eine Therapie von BIID ist derzeit nicht möglich, da die Forschung noch nicht die Ursache für diese Störung gefunden hat. Derzeit ist es nur möglich den Leidensdruck durch Medikamente zu lindern.
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