Eine Einteilung des menschlichen
Lebens in verschiedene Phasen gibt es von vielen Wissenschaftlern. Das
bekannteste Modell ist von dem deutsch-amerikanischen Psychoanalytiker Erik
Erikson. Seine Theorie teilt das Leben in acht typische Entwicklungsstufen.
0 bis 1 Jahr: Urvertrauen versus Misstrauen
Als Neugeborene ist man noch
vollkommen Abhängig vom Geben und Bekommen der Mutter. Das Kind lernt Vertrauen
und entwickelt ein Urvertrauen. Sollten jedoch bestimmte Grundbedürfnisse nicht
befriedigt werden, entsteht daraus Misstrauen.
2 bis 3 Jahr: Autonomie versus Scham und Zweifel
Der Schließmuskel des Kindes ist
in dieser Zeit voll ausgebildet und Erikson sieht hier die Kontrolle des Kindes
selbst zu entscheiden, ob es loslässt oder festhält gegenüber dem Willen der
Eltern.
Bei einer positiven Absolvierung
dieser Stufe, führt dies zu Stolz, Autonomie und einem Festen willen. Wird dies
nicht erreicht, mündet dies in Scham und Zweifel.
4 bis 5 Jahr: Initiative versus Schuldgefühl
In dieser Stufe versucht das Kind
herauszufinden welches ICH es ist. Hier sind wichtige Faktoren das Tun und das
Tun-als-ob. In dieser Phase können die Eltern die Initiative fördern, denn die
Kinder haben schon eine Vorstellung, was passieren wird, wenn sie etwas tun.
Sie beginnen für ihr Handeln verantwortlich zu sein und für manches Handeln
Schuldgefühle zu haben. Wichtig ist die optimale Balance zwischen Initiative
und Schuldgefühlen.
Zu viel Intiative und zu wenig
Schuldgefühl führt zu Rücksichtslosigkeit, zu wenig Initiative und zu viele
Schuldgefühle schränken die Handlungsbereitschaft ein und ein Gleichgewicht von
Initiative und Schuldgefühlen sorgt für Zielstrebigkeit.
6 Jahr bis Pubertät: Kompetenz versus Minderwertigkeit
In dieser Zeit und durch den
Eintritt in die Schule lernt das Kind durch Aufgaben Erfolg und Misserfolg
kennen. Wenn dem Kind die Erfolgserlebnisse genommen werden, fühlt es sich als
inkompetent und minderwertig.
Pubertät bis Volljährigkeit: Identität versus Identitätsdiffusion
Hier besteht die Aufgabe darin,
all sein Wissen über sich selbst und die Welt zusammenzufügen, um so ein
Selbstbild zu formen. Es geht um die soziale Rolle.
Eine erfolgreiche Absolvierung
des Konfliktes zwischen Identität und Identitätsdiffusion, mündet in der
Fähigkeit der Treue.
Frühes Erwachsenenalter: Intimität versus Isolierung
In dieser Phase besteht die
Aufgabe in Intimität. Man geht eine Partnerschaft ein und es stehen sich dort
zwei gefestigte Persönlichkeiten gegenüber, die ihre Eigenheiten haben und
nicht aufgeben wollen. Dies nennt Erikson Intimität.
Bei einer Unfähigkeit führt dies
zu Isolierung.
Mittleres Erwachsenenalter: Generativität versus Stagnation
Die Aufgabe hier besteht nicht
nur in dem Zeugen und Aufziehen von Kindern, sondern in allem was für
zukünftige Generationen brauchbar sein könnte. Also Kunst, Wissenschaft und
soziales Engagement.
Hohes Erwachsenenalter: Integrität versus Verzweiflung
In dieser Phase besteht die
Aufgabe darin auf das Leben zurück zu blicken und sich mit dem näher rückenden Tod
anzufreunden. Im Falle eines nicht Bestehens führt dies zu Verzweiflung und
Angst vor dem Sterben.
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